Verband fordert Rehabilitierung der Opfer

Brandenburger Justizminister Stefan Ludwig diskutiert in Korbach mit ehemaligen DDR-Jugendheim-Insassen

Vor dem Korbacher Bürgerhaus: Der heute in Frankenberg lebende Vorsitzende des hessischen Demo-Landesverbandes, Lutz Adler, und der Brandenburger Justizminister Stefan Ludwig.
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Vor dem Korbacher Bürgerhaus: Der heute in Frankenberg lebende Vorsitzende des hessischen Demo-Landesverbandes, Lutz Adler, und der Brandenburger Justizminister Stefan Ludwig.

Korbach. Der Brandenburger Justizminister Stefan Ludwig kam am Samstag im Bürgerhaus mit Vertretern des Demo-Landesverbandes zusammen, der sich für die Rechte ehemaliger DDR-Jugendheiminsassen einsetzt. Es ging um ihre Rehabilitierung, die sich derzeit nur schwer vor Gerichten durchsetzen lässt.

Wie der Vorsitzende Lutz Adler berichtet, waren von 1949 bis 1989 in der DDR schätzungsweise 250 000 bis 270 000 Jungen und Mädchen in Spezialheimen oder Jugendwerkhöfen weggesperrt, um sie mit Drill und Gewalt zu "sozialistischen Menschen" zu erziehen. Heute haben sie Schwierigkeiten, ihren Status als Opfer der DDR-Diktatur vor Gericht durchzusetzen.

Der Verband fordert, dass der Bund das Rehabilitationsgesetz ändert. Bislang mussten die Betroffenen belegen, was ihnen passiert ist – was nach Jahrzehnten schwer ist, und nicht selten stellen sich Richter quer, gerade in Ostdeutschland. 

Mit Ludwig hat Adler endlich einen Mitstreiter gefunden. Dass die DDR mit Jugendlichen so umgegangen sei, „hätte ich mir in den 1990er Jahren nicht vorstellen können“, sagte der Minister in Korbach und kündigte an, über eine Initiative des Bundesrats eine Novelle auf den Weg zu bringen. Dabei soll die Beweislast umgekehrt werden. Lange hat Adler mit seinem Verband dafür gestritten.

Adler zeigte sich hoch erfreut - auch über das Gespräch: „Dass sich der Minister die Zeit genommen hat, zu uns zu kommen und mit uns zu sprechen, rechne ich ihm hoch an.“

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