Neukirchen: Gutachten zum Brand in Gaststätte muss noch ausgewertet werden

Brandruine wird abgerissen

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Gestern Morgen rückte der Bagger in Neukirchen an: Die Reste der Gaststätte „Zur Linde“, die in der Nacht zum 24. September in Flammen aufging, werden im Laufe der Woche beseitigt.

Lichtenfels - Neukirchen. - Zweieinhalb Monate, nachdem vier Bewohner eines Hauses in Neukirchen einem Brand zum Opfer gefallen sind, wird die Brandruine abgerissen. Gestern begann eine heimische Firma mit den Arbeiten.

„Je nach Wetterlage werden die Abrissarbeiten rund eine Woche dauern“, erklärte Andreas Wenzel von der Goddelsheimer Firma Wenzel-Bau, die mit der Demontage des dreistöckigen Fachwerkhauses in der Waldecker Straße betraut wurde. „Wir reißen das Gebäude bis zur Oberkante der Bodenplatte ab; der Keller soll für einen eventuellen Wiederaufbau bestehen bleiben“, sagte er gegenüber der WLZ-FZ.

Nachdem der Vorbau des Hauses gestern Morgen dem Boden gleichgemacht worden war, füllten die Experten die Fläche vor der Ruine zunächst mit Schutt und Erde, um sie für den Bagger befahrbar zu machen. Anschließend begann Wenzels Mitarbeiter Claus Rupprath damit, den mittleren Teil des Hauses, wo sich das Treppenhaus befand, einzureißen. „Auf diese Weise fallen die beiden Giebel in die Mitte des Hauses und nicht auf die benachbarten Grundstücke“, erklärte Wenzel. Das Abbruchmaterial sortieren die Mitarbeiter auf einem Recyclingplatz aus; der Bauschutt wird aufbereitet und teilweise als Recyclingprodukt weitergenutzt.

Das Feuer war in der Gaststätte „Zur Linde“ in Neukirchen in der Nacht zum 24. September ausgebrochen und kostete vier der insgesamt fünf Bewohner das Leben. Während sich der 38-jährige Wirt der Gaststätte in der Nacht retten konnte, starben eine 34 und eine 28 Jahre alte Frau sowie zwei Mädchen im Alter von zehn und fünf Jahren an einer Kohlenmonoxidvergiftung durch Rauchgas. Der 38 Jahre alte Besitzer des Hauses ist deutscher Staatsbürger, türkischer Abstammung; die beiden Frauen stammten aus Litauen, wo sie und die beiden Kinder auch beigesetzt wurden.

Die Ermittlungen sind nach wie vor nicht abgeschlossen, erklärte Polizeisprecher Volker König am Montag auf Nachfrage der WLZ-FZ: „Ein Gutachten liegt noch nicht vor, wir warten auf die Auswertung.“ Die Brandstelle war im September von den Brandermittlern der Korbacher Kriminalpolizei und des Landeskriminalamtes untersucht worden. Nach bisherigen Erkenntnissen muss der Brand im Wohnzimmer des Hauses ausgebrochen sein; die Beamten gehen von „Fahrlässigkeit“ als mögliche Brandursache aus. Der 38-jährige Gastwirt lasse sich von einem Anwalt vertreten und mache nach wie vor von seinem Schweigerecht Gebrauch, erklärte Volker König.

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