Stadtverordnete beschließen Prüfauftrag zur Zukunft der Automobilität

Braucht Korbach mehr Stromtankstellen?

Korbach. Verbrennungsmotor, Elektroauto – oder doch etwas ganz anderes? Die Frage, wie die Zukunft der Automobilität in Korbach aussieht, hat eine kontroverse Debatte in der Stadtverordnetenversammlung entfacht. Auslöser war ein Prüfantrag der SPD-Fraktion.

Die CDU lehnt es ab, die FDP ist sich nicht einig, die FWG hat etwas Bauchschmerzen, die Grünen hätten sich mehr gewünscht, die Aktiven Bürger sehen einige Kritikpunkte: So verlief kurz zusammengefasst die Debatte um den Antrag. Am Ende gab es für den Vorschlag der SPD doch eine Mehrheit.

Ladestationen für Elektroautos schaffen

Das haben die Stadtverordneten am Mittwoch beschlossen: Der Magistrat soll ein Konzept erstellen, mit dem sich die Stadt Korbach auf eine voraussichtlich stark steigende Zahl elektrisch betriebener Autos vorbereitet. Dabei soll auch geprüft werden, wie viele öffentlich zugängliche Ladepunkte mittelfristig verfügbar gemacht werden können. Außerdem soll der Magistrat Verhandlungen mit Car-Sharing-Anbietern führen, um ein solches Angebot in Korbach zu etablieren.

Ihren ursprünglichen, bereits in der vorigen Stadtverordnetenversammlung eingebrachten Antrag hatte die SPD da schon abgeschwächt: In der Urfassung hatten die Sozialdemokraten noch ein konkretes Ziel für die Anzahl öffentlicher Ladestationen angegeben – und angeregt, in der Stellplatzsatzung einen Drehstromanschluss als Lademöglichkeit für Elektroautos vorzuschreiben. Da hatte nicht nur Kai Schumacher (FWG) Bauchschmerzen mit: „Wir sollten die Stellplatzkosten für die Bürger nicht erhöhen“, sagte auch Axel Krüer (Aktive Bürger).

Grundsätzliche Bedenken blieben bei der CDU. Fraktionschef Heinz Merl erklärte: „Wir können den Antrag nicht mittragen. Er geht über einen Prüfantrag hinaus und erwartet als Ergebnis ein Konzept.“ Die Arbeitskraft der Verwaltung könne sinnvoller eingesetzt werden.

Einen Beleg für eine steigende Zahl an Elektroautos gebe es nicht, kritisierte Jochen Rube (FDP), der Antrieb der Zukunft stehe noch nicht fest: „Der Antrag bleibt für mich teilweise hanebüchen.“ Anders sah es sein Fraktionskollege Arno Wiegand. Er befürwortete den Prüfantrag, der sich auf die Zukunft beziehe. „Die Gegenargumente beziehen sich aber auf den status quo.“

Der Antrag gehe in die richtige Richtung, erklärte Heike Kramer (Grüne). Ihre Fraktion hätte sich aber ein „Rundum-Paket“ gewünscht, das auch Busse, Bahn und Fahrradverkehr umfasse.

Kontakt mit Car-Sharing-Anbietern aufnehmen

Separat zum Thema Car-Sharing stimmten die Stadtverordneten zunächst über den von der SPD vorgelegten Kompromiss-Vorschlag zur Elektromobilität ab, der bei acht Gegenstimmen angenommen wurde. Eine etwas knappere Mehrheit gab es bei 19 Ja- und zwölf Nein-Stimmen für den Prüfauftrag zum Thema Car-Sharing.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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