Vier Häuser betroffen - Keine Rückschlagklappe eingebaut

Rückstau nach Kanalspülung in Korbach: Braune Brühe im Keller

Kloake im Keller: Nach einer Kanalspülung ist Schmutzwasser in vier Häuser in der Brandenburger Straße in Korbach gelaufen. Die Gebäude hatten keine Rückschlagklappe.
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Kloake im Keller: Nach einer Kanalspülung ist Schmutzwasser in vier Häuser in der Brandenburger Straße in Korbach gelaufen. Die Gebäude hatten keine Rückschlagklappe.

Braune und stinkende Brühe stand in den Kellern, es roch nach Kloake: Nach einer Kanalspülung am Mittwoch vor einer Woche ist Schmutzwasser in vier Häuser in der Brandenburger Straße in Korbach gelaufen. Die Anwohner bleiben auf ihrem Schaden sitzen.

Korbach – „Ich saß im Wohnzimmer und hörte ein Gluckern in der Spüle“, sagt Heinz Uthardt. Als er im Keller nachschaute, war der Boden schon mit einer braunen Brühe überschwemmt. Die Ursache fand der Korbacher schnell vor dem Haus: Der Abwasserverband Ittertal hatte den Mischwasserkanal in der Straße spülen lassen. Einen Nachbarn hatte es sogar noch schlimmer als Uthardt getroffen: Dort stand das Wasser knöchelhoch, Gefrierschrank und Waschmaschine waren anschließend nicht mehr zu gebrauchen.

„Das ist bedauerlich, aber niemand kann etwas dafür“, sagt Ralf Buchloh, Sprecher der Stadt Korbach. Das Gebiet sei routinemäßig gespült worden. „Offenbar lag eine Verstopfung im Kanal vor, hinter der sich das Wasser gestaut hatte.“ Dadurch sei schließlich Schmutzwasser in die Hausanschlüsse gedrückt worden. Das entscheidende Problem in diesem Fall: Die betroffenen Häuser in der Brandenburger Straße hatten keinen Rückstauschutz eingebaut. „Die Mitarbeiter des Abwasserverbandes haben noch versucht zu helfen und die Revisionsschächte geöffnet“, sagt Buchloh.

Eigentümer müssen Rückstausicherung einbauen

Auf ihrem Schaden bleiben die Anwohner allerdings sitzen: Denn Grundstückseigentümer sind selbst verpflichtet, geeignete Vorkehrungen zu treffen, um ihr Anwesen gegen einen Rückstau zu sichern. Fehlt der Schutz, genießt der Eigentümer auch keinen Vermögensschutz. Das hat der Bundesgerichtshof 1998 in einem Urteil bestätigt. Auch die Entwässerungssatzung der Stadt Korbach legt fest: „Gegen den Rückstau des Abwassers aus der Abwasseranlage hat sich jeder Abwassereinleiter durch den Einbau einer Rückstausicherung selbst zu schützen“, heißt es darin. „Wir können immer wieder nur appellieren, so etwas einzubauen“, sagt Buchloh.

Heinz Uthardt hat unterdessen schon die Handwerker gerufen und lässt eine Rückschlagklappe einbauen. Was er sich aber von der Stadt wünscht: Dass Hauseigentümer künftig vor Kanalspülungen in der Straße mit einem Brief oder Anruf informiert werden. Buchloh macht ihm da jedoch wenig Hoffnung: Das sei zu aufwendig, zumal der Kanalspülwagen häufig kurzfristig umdisponiert werde.

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