Programm „Unternehmer als Lehrer“ an der Alten Landesschule

Von breiter Basis ins Berufsleben

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Anregung für eigenen Karriereweg: Unternehmer Thomas Becker (r.) berichtet ALS-Schülern von seinem Werdegang und seiner Firma.Foto: Wilhelm Figge

Korbach - Firmenchefs, Ausbilder und Personalleiter präsentierten an der Alten Landesschule ihre Karrierewege - und die Möglichkeiten, die sich Schülern auch mit einer Ausbildung bieten.

Die Schüler zeigen sich etwas beeindruckt vom „Aufbau eines Weltkonzerns“, aber Thomas Becker relativiert ihren Eindruck: Viele andere Menschen seien am Wachstum von KoCoS (Korbacher Computer-Systeme) beteiligt gewesen. Interesse zeigen sie dennoch. Der Firmenchef ist einer der fünf Menschen aus der freien Wirtschaft, die den Oberstuflern der Alten Landesschule bei der Aktion „Unternehmer als Lehrer“ Rede und Antwort stehen.

Die Schüler fragen Becker nach seinem Werdegang von der ersten Erfindung bis zum globalisierten Unternehmen. Auch dessen Organisation und Produkte interessieren sie.

Becker hat auch eigene Fragen an die Schüler - und zeigt sich besorgt über ihre verhaltene Reaktion, als er sie auf eine Zukunft in Korbach anspricht. Indes kann er diese auch aus Unternehmerperspektive nachvollziehen: „Bei der Standortsuche achtet die Firma auf ‚weiche Faktoren‘ wie Schwimmbad und Kino.“

Er erklärt, dass der eigene Karriereweg nicht immer klar war: „Ich bin auch durch Zufall zu meinem Job gekommen - alles andere wäre gelogen.“ Eine „breite Basis“ an Bildung habe aber geholfen.

Diese Grundlage bezeichnet auch Schulleiter Robert Gassner als wertvoll: „Der Besuch unserer Schule tut jedem gut, egal, was er später damit macht.“ Allerdings bereite es ihm Sorge, dass mit der Zahl der Abiturienten auch die der Studienanfänger steigt: „Es gibt gar nicht so viele Arbeitsplätze, die ein Studium brauchen.“ Die Aktion „Unternehmer als Lehrer“ soll Anstoß zum Nachdenken über den eigenen Karriereweg geben. Nicht automatisch solle ein Studium angegangen werden - was auch die hohen Abbrecherzahlen zeigen würden. Dass auch eine Ausbildung zum Erfolg führen kann, bestätigt Thomas Becker: Er berichtet von einem ehemaligen Azubi, der im Team mit Ingenieuren arbeitet.

Neben Thomas Becker hat die Industrie- und Handelskammer auch Thomas Fölsch (Continental), Peter Bielig (Energie Wal­deck-Frankenberg), Dirk Bödefeld (Steuerkanzlei Rohrbach-Schleimer-Bödefeld) und Sonja Klein (Sparkasse Waldeck-Frankenberg) für das Programm gewonnen. „Es ist ja in unserem Eigeninteresse, gute Leute zu bekommen“, erklärt Thomas Fölsch.

Von Wilhelm Figge

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