Korbacher Stadtkrankenhaus ist Akademische Lehreinrichtung der Uni Göttingen

„Breites Spektrum für Studenten“

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Gloria Nethöfel ist die erste PJ-Studentin am Korbacher Stadtkrankenhaus, Dr. Arved-Winfried Schneider, Dr. Manfred Herbert und Dr. Reinhold Raschke (v.l.) stehen hinter ihr.

Korbach - Gloria Nethöfel die erste Studentin, die im Stadtkrankenhaus einen Teil ihres praktischen Jahres absolviert. Im Dezember werden weitere PJ-Studenten hinzukommen: Die Hessenklinik ist als Akademische Lehreinrichtung der Universität Göttingen aufgenommen.

Für Gloria Nethöfel sieht ihr Lehrtag in der Korbacher Hessenklinik so aus, dass sie in der ausbildenden Inneren Abteilung morgens an der Übergabe-Besprechung ebenso teilnimmt wie an der Visite, und dass sie Diagnostik ebenso übernimmt wie das Schreiben von Arztbriefen, beschreibt die angehende Ärztin, die seit Mitte August am Stadtkrankenhaus arbeitet. „Die ganze Prozedur des ärztlichen Arbeitsalltags durchläuft sie dabei stets unter Supervision“, erklärt Chefarzt Dr. Arved-Winfried Schneider, der sozusagen ihr Lehrer ist.

Da wird klar: Das Praktische Jahr (PJ) macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Medizinstudenten absolvieren es in ihrem letzten Studienjahr vor ihrem 2. Staatsexamen und lernen dabei die ärztlichen Aufgaben im Stationsalltag kennen. Die praktische Ausbildungszeit gliedert sich in drei Abschnitte von je 16 Wochen. Jeweils eines dieser Tertiale wird in den Fächern Innere Medizin, Chirurgie und in einem klinisch-praktischen Wahlfach durchgeführt. Im Korbacher Stadtkrankenhaus werden in den nächsten zwei Semstern insgesamt zwölf Studenten als PJ-Studenten arbeiten. Sie erhalten dafür ein Ausbildungsgeld sowie Kost und Logie.

„Als Akademische Lehreinrichtung von der Universität Göttingen anerkannt zu werden, war nicht einfach“, unterstreicht Geschäftsführer Heinz Gerdes. So sei das Korbacher Krankenhaus durchaus unter die Lupe genommen worden und habe nachweisen müssen, dass die Ausbilder der Inneren Abteilung bereits einer Lehrtätigkeit nachgegangen sind. Auch für zukünftige Fachausbilder werde dieser Anspruch gelten, erklärt Gerdes. So sehen Geschäftsführer und Ärzteschaft die Lehrtätigkeit des Hauses als Auszeichnung, unterstreicht der leitende Oberarzt Dr. Reinhold Raschke. Für Chefarzt Dr. Schneider ist die neue Aufgabe ein Gewinn für alle Seiten: „Den Studenten können wir ein sehr breites Spektrum in der Inneren Medizin bieten - und das ist auch im Werben um medizinischen Nachwuchs ein wesentliches Argument“, unterstreicht Schneider. Damit drückt er seine Hoffnung aus, aus der Lehrtätigkeit auch ärztlichen Nachwuchs akquirieren zu können. Für die Patienten sei ein weiterer Ansprechpartner vor Ort und für das Krankenhaus bedeute der Lehrbetrieb immer auch, den Anspruch an sich selbst weiter auszuformen.

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