400 Kinder bei Abschluss-Vorlesung der aktuellen Kinderuni-Staffel in der Korbacher Stadthalle

Brücken bauen mit Papier und Maoam - Video

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Korbach - Höher, schneller, weiter: 400 Kinder haben gestern in der Abschluss-Vorlesung der aktuellen Kinderuni-Staffel die Geheimnisse des Brückenbauens erkundet.

Ein Blatt Papier, ein paar Knicke - und fertig ist die Balkenbrücke. Sie ist sogar so stabil, dass sie ein Päckchen Kaubonbons tragen kann. Insgesamt 400 Kinder falten in der der Doppelvorlesung, was das Zeug hält. Das ist das Geheimnis der Kinderuni: "Wir verzichten auf Mathematik und das Vokabular der Universität", sagt Brücken-Experte Professor Dr. Detlef Kuhl.

Seit fünf Jahren arbeiten Dozenten der Uni Kassel schwierige Themen aus der Welt der Wissenschaft mit vielen anschaulichen Experimenten und einer für Kinder ver­ständlichen Sprache auf. Eine Erfolgsgeschichte für den Veranstalter Kommunaler Serviceverbund Eisenberg: Schon bei der ersten Staffel 2007/2008 war die Stadthalle stets proppenvoll. "Die Vorlesungen waren auch diesmal alle immer ausverkauft", sagt Heinz-Willi Müller zufrieden. Insgesamt 1600 Kinder haben die aktuelle Staffel besucht. Auf dem Lehrplan der vier Doppelvorlesungen standen Themen wie Trinkwasseraufbereitung, Chemie und das Leben in der Unterwasserwelt.

Gemeinsam mit Diplom-Ingenieurin Sandra Carstens erklärt Professor Kuhl, wie Zug- und Druckkräfte wirken und erläutert die drei wichtigsten Brückentypen. Die einfachste wäre die Balkenbrücke, die schon ein umgefallener Baumstamm über einen Bach sein kann. Auch eine Hängebrücke, wie die berühmte Golden Gate Bridge kennen die meisten: "Damit kann man ganz große Spannweiten überbrücken über große Flüsse oder Meerengen", erklärt Kuhl. Und schließlich die Bogenbrücke - wie das Viadukt bei Selbach. Als der Professor fragt, wer es schon mal überquert hat, recken sich fast alle Hände in der Stadthalle.

Die Kinder, die alle vier Vorlesungen besucht haben, bekommen zum Abschluss ein Diplom. Finn (10) und Levent (11) halten das von allen Bürgermeistern des Serviceverbundes unterschriebene Dokument stolz in den Händen. "Mit hat die Vorlesung mit den Brücken am besten gefallen", sagt Finn. "Die mit dem Wasserrucksack Paul war auch gut", sagt Levent. Beide wollen auch in der nächsten Runde wieder mit von der Partie sein.

Im November startet das nächste Semester. "Wir sind schon bei der Planung und haben viele gute Ideen. Es werden wieder einige Überraschungen dabei sein", verrät Müller. Für alle, die noch nicht so lange warten wollen und bei dieser Vorlesung Feuer und Flamme für das Thema gefangen haben, gibt es schon am 17. April eine Brückenbauolympiade in der Stadthalle. Anmeldungen dafür sind im Internet unter www.ksv-eisenberg.de möglich. Dort können die Nachwuchs-Brückenbauer auch ein Aufgabenblatt herunterladen und ihr frisch erworbenes Wissen über Statik testen. Professor Kuhl hofft jedenfalls, den akademischen Nachwuchs aus Korbach begeistert zu haben. "Wir wollen natürlich auch fürs Ingenieurswesen werben", sagt der Bauexperte.

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