Stadtarchivar und Autor Wolfgang Kluß präsentiert sein neues Werk

Buch stellt Korbach als Hansestadt in den Mittelpunkt

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Auf Forschungsreise durch die Hanse-Historie: Stadtarchivar Wolfgang Kluß (rechts) stellt sein Buch „Korbach und die Hanse“ mit Waltraud Steuber und Heinz Merl vom Stadtarchiv sowie Bürgermeister Klaus Friedrich der Öffentlichkeit vor.

Korbach. Er nimmt die Leser mit auf seine Forschungsreise in die Vergangenheit: Stadtarchivar und Autor Wolfgang Kluß hat ein Buch geschrieben, dass sich mit Korbach als Hansestadt befasst.

Wie kam es, dass sich das aus einem Gutshof mit einigen wenigen Häusern, Katen und Scheunen bestehende Curbecke zu einem wirtschaftlich agilen Städtchen entwickelt? Welche Rolle spielte dabei der aus Korbach stammende und in Köln zu Reichtum und politischem Einfluss gelangte Hansekaufmann Johann Rinck, der 1450 zum Bau der Nikolaikirche die sagenhafte Summe von 5000 Gulden stiftete? Wie weit reichte der Handel Korbacher Kaufleute? Und welche Stellung hatte das kleine Korbach innerhalb des Hansebundes?

Diesen und anderen Fragen ist der Leiter des Korbacher Stadtarchivs, Wolfgang Kluß, in seinem Buch „Korbach und die Hanse“ nachgegangen. Die Arbeit schließe eine Lücke in der Heimatforschung, betonte Bürgermeister Klaus Friedrich bei der Vorstellung des Werkes. Er dankte dem Autor für die „wertvolle und mit sehr viel Sachverstand geleistete Arbeit“.

Alte Stiche der Hansestädte

Seine Absicht sei es gewesen, meint Wolfgang Kluß, die Leser gewissermaßen auf seine Forschungsreise in die Vergangenheit Korbachs mitzunehmen. Das Buch werde zudem durch zahlreiche Landkarten über die Reiserouten der Hansekaufleute und alte Stiche der mittelalterlichen Hansestädte aufgelockert.

Der Autor versucht, der Hansegeschichte Korbachs näher zu kommen, in dem er die Stadt-, Stadtrechts- und Wirtschaftsgeschichte Korbach in den Kontext der Geschichte der Hanse stellt. Für die wirtschaftliche und politische Entwicklung Korbach sieht er als entscheidend an, dass Korbach an zwei wichtigen hansischen Handelsstraßen lag.

Die Arbeit war angesichts der wenigen und weit verstreuten Quellen aus dieser Zeit nicht einfach, meint Wolfgang Kluß. Aber sie sei sehr spannend gewesen, weil er eine ganze Reihe von neuen Erkenntnissen zur Korbacher Hansegeschichte habe zutage fördern können. So habe er hier bislang unbekannte Dokumente finden können. Ganz besonders überraschend sei es für ihn gewesen, dass offensichtlich Korbacher Kaufleute nicht nur im nahen Westfalen, in Soest, Köln, Frankfurt am Main geschäftlich aktiv waren, sondern eben auch in London und – wie er anhand von Urkunden aus dem Ratsarchiv Tallin feststellen konnte – wahrscheinlich sogar im sagenumwobenen Nowgorod. Das Buch ist in der Schriftenreihe von Stadtarchiv, Stadtmuseum und dem Archiv der Alten Landesschule erschienen. Es umfasst über 350 Seiten. Es im Buchhandel, im Wolfgang-Bonhage-Museum, im Bürgerbüro und im Stadtarchiv für von 22 Euro erhältlich. (r) 

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