Am Dienstag Festakt zur Verleihung des Titels „Hansestadt“ · Fernhandel und Hansebund

Bürgerfest der Hansestadt

+
Die Stadt Korbach hat ihr Rathaus für den großen Tag herausgeputzt. Eine grafische Arbeit auf Folie von Christian Schnatz ziert die Betonfassade.

Korbach - Alle Korbacher und Gäste sind eingeladen, am Dienstag mit der Hansestadt zu feiern: Zur Verleihung des amtlichen Beinamens gibt es ein Bürgerfest vorm Rathaus.

Los geht‘s heute um 15 Uhr. Bei einem Festakt im Rathaus wird der hessische Innenminister Boris Rhein die Urkunde überreichen, mit der Korbach künftig den amtlichen Beinamen „Hansestadt“ tragen darf - als einzige in ganz Hessen.

Weitere Redner sind Bürgermeister Klaus Friedrich, der Vorsitzende der Korbacher Kaufmannsgilde „Hanse“, Jürgen Tent, und Parlamentschefin Lilo Hiller. Als Vertreter der Hansestädte wird Manfred Schürkamp (Herford) dabei sein. Er ist Vorstandsmitglied des Internationalen Hansebundes und zugleich Geschäftsführer des Westfälischen Hansebundes, dem auch Korbach angehört.

Der Festakt ist keineswegs unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Alle Interessierten können die Verleihung der Urkunde im Sitzungssaal des Rathauses verfolgen.

Ab 16 Uhr gibt es auf dem Platz vorm Rathaus ein buntes Bürgerfest. Die Stadt hat bereits einen Holzboden vorm Kump bereitet, der dann bis zum Altstadt-Kulturfest Anfang Juli für die Konzertbühne gleich liegen bleibt.

Mitglieder der Korbacher Freilichtbühne sorgen für Hanse- Atmosphäre mit historischen Kostümen, aus Korbachs Ortsteil Nieder-Schleidern, der am kommenden Wochenende großes Jubiläum feiert, wird die Hanse-Kogge für Symbolkraft sorgen.

„Hanse“ schmeckt gut

Schmackhaft macht den besonderen Korbacher Hansetag auch die Metzgerei Ludwig Tent, die eine spezielle Hansestadt-Wurstsorte auf den Markt gebracht hat. Christian Schnatz aus Dorfitter hat zudem besondere Hansestadt-T-Shirts entworfen. So scheinen den Hanse-Ideen in Korbach derzeit kaum Grenzen gesetzt.

Die Hanseparty vorm Rathaus dauert bis in den späten Abend. Die Band „Beatclub“, Diskjockey Klaus Dierich, die Korbacher Tanzgruppe „Emotions“ und das Berndorfer Ensemble „Lahna“ sorgen für Unterhaltung.

Dass Korbach seinen Namen als „Hansestadt“ verdient hat, dafür gibt es viele Belege. Schon im hohen und späten Mittelalter waren Korbacher Kaufleute im Fernhandel aktiv. Erstmals als Mitglied der Städtehanse taucht Korbach 1469 in einer Liste auf - später auch in weiteren Dokumenten. Die Korbacher standen auch in Verbindung mit den Kaufleuten aus Reval (heute Tallinn), einem wichtigen Tor des Ostseehandels und nach Russland.

Ein wichtiger Punkt ist ebenso die Verleihung des Soester Stadtrechts an Korbach im Jahre 1188 - also vor 825 Jahren. Denn das Soester Stadtrecht ist zugleich Vorbild für das sogenannte lübische Stadtrecht, das später in Lübeck. Hamburg, Bremen und vielen weiteren Hansestädten zum Tragen kam.

Als starkes Bindeglied im späten Mittelalter gilt auch die Korbacher Familie Rinck. Zu Beginn des 15. jahrhunderts erlebt diese Kaufmannsfamilie in Köln einen sagenhaften Aufstieg. 1450 spendet Johann Rinck aus Köln beispielsweise 6000 Goldgulden, um den Bau der Nikolaikirche zu vollenden. Bis heute haben Korbacher Kaufleute eine besondere Verbindung zum Nikolai als „Neustädter Kirche“.

Den modernen amtlichen Titel als Hessens einzige Hansestadt will Korbach künftig auch für Stadtmarketing und Tourismuswerbung verstärkt nutzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare