Parteien verzichten auf Gegenkandidaten - Frist für Bewerbung läuft noch bis 20. August

Bürgermeisterwahl in Korbach: Klaus Friedrich vor Alleingang

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Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich

Korbach. In Korbach zeichnet sich mit Blick auf die Bürgermeisterwahl am 28. Oktober eine Abstimmung über lediglich einen Kandidaten ab. Amtsinhaber Klaus Friedrich (parteilos), der bereits seinen Hut in den Ring geworfen hat (wir berichteten), scheint bei der Wahl um den Chefsessel im Rathaus der Kreis- und Hansestadt alleiniger Kandidat zu werden.

Der Grund: Aus den Reihen von SPD, CDU, Freien Wählern, Grünen, FDP und Aktiven Bürgern in Korbach wird es keinen Gegenkandidaten für Friedrich geben. Das bestätigten die Partei- und Fraktionsvorsitzenden auf Anfrage unserer Zeitung. Möglich ist natürlich noch, dass ein auswärtiger Kandidat gegen den amtierenden Bürgermeister antritt. Bis gestern war im Rathaus allerdings noch keine weitere Bewerbung eingegangen. Die Frist läuft noch bis zum 20. August, 18 Uhr.

Überraschend ist, dass die SPD, welche die größte Fraktion im Stadtparlament stellt, keinen Gegenkandidaten für Klaus Friedrich ins Rennen schickt. Gut möglich, dass die Gespräche zwischen dem amtierenden Bürgermeister und dem Vorsitzenden der SPD in Korbach, Achim van der Horst, zu dieser Situation beigetragen haben.

Wie unsere Zeitung erfuhr, haben sich die beiden auch mit Blick auf die bevorstehende Bürgermeisterwahl ausgetauscht. Hierbei ist nicht auszuschließen, dass Friedrich dem SPD-Vorsitzenden deutlich zu verstehen gegeben hat, dass er nur noch einmal zur Wahl antritt. Gegenüber unserer Zeitung wies der Amtsinhaber in dieser Woche zwar darauf hin, dass er in den kommenden sechs Jahren auf jeden Fall noch voller Tatendrang sei und zudem die angefangenen Projekte in Korbach weiterführen wolle. Allerdings betonte er auch, dass man sich danach Gedanken machen müsse, ob es nicht sinnvoll sei, den Weg frei zu machen für jüngere Kandidaten.

Unbestritten ist zudem, dass Friedrich nicht nur wegen des erfolgreichen Hessentags derzeit viel Vertrauen in der Korbacher Bevölkerung genießt. Die SPD würde mit einem sozialdemokratischen Kandidaten also gegen einen starken Amtsinhaber antreten.

Dass die SPD deshalb auf einen Bürgermeisterkandidaten verzichtet und Friedrich stattdessen kampflos das Feld überlässt, weist der Korbacher SPD-Vorsitzende allerdings zurück. „Um Spekulationen vorzubeugen: es gab im Vorfeld keinerlei Absprachen diesbezüglich mit Bürgermeister Klaus Friedrich. Ihm wurde jedoch bereits im Vorfeld signalisiert, dass diesmal kein eigener Kandidat der SPD ins Rennen gehen wird“, sagt van der Horst. Die Ankündigung, dass sich Herr Friedrich ein letztes Mal zur Wahl stelle, sei nie ein Thema gewesen.

SPD: Stadtkasse nicht mit Frühpensionär Friedrich belasten

„Die Zusammenarbeit mit den andern Fraktionen im Stadtparlament hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Es ist eine gute und konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle der Korbacher Bürgerinnen und Bürger möglich geworden“, so van der Horst. Was die Personalie des Bürgermeisters betreffe, sei die SPD der Meinung, dass Herr Friedrich sich noch nicht als hoch bezahlter Pensionär vor dem Erreichen des regulären Rentenalters zur Ruhe setzen, sondern eine weitere Periode antreten sollte. „Diese zusätzliche Belastung der Stadtkasse durch einen Frühpensionär wollen wir vermeiden“, sagt der Korbacher SPD-Vorsitzende und fügt hinzu: „Wir bedauern sehr, dass wir aus diesem Grunde den Korbachern bei der Bürgermeisterwahl keine Alternative zu Herrn Friedrich anbieten können.“

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