Auch Kosten für auswärtige Werkstattarbeiten angeben

Steuertipps: Handwerkerkosten absetzbar

Waldeck-Frankenberg. Wer sich beim Reparieren oder Renovieren vom Handwerker unterstützen lässt, kann die Ausgaben für den Profi in der Einkommensteuererklärung absetzen. Damit lassen sich bis zu 1200 Euro pro Jahr an Einkommensteuern sparen, so der Bund der Steuerzahler.

„Die Handwerkerleistungen frage ich grundsätzlich bei meinen Mandanten ab, schon jede Reparatur im Haus oder im Garten kann man angeben und damit sparen“, betont Steuerberater Olaf Egert aus Korbach. Sei es der Schornsteinfeger-Einsatz, die Spülmaschinenreparatur oder das Heckeschneiden im Garten – an viele Leistungen denkt man gar nicht auf Anhieb.

„Auch wenn man die Rechnungsbelege heute nicht mehr der Steuererklärung beilegen und beim Finanzamt abgeben muss, so sollte man sie auf jeden Fall aufheben und zu Hause bereithalten – das gilt übrigens auch für die Banküberweisungsbelege“, rät Egert.

Bisher erkennt die Finanzverwaltung dabei die Ausgaben nur an, wenn die Handwerksarbeiten im oder in der direkten Umgebung des Hauses oder der Wohnung ausgeführt werden. Erfolgt die Reparatur hingegen in der Werkstatt des Handwerkers, streicht das Finanzamt die Ausgaben, weil der Bezug zum Haushalt fehle so die Argumentation. Das könnte sich jetzt ändern, denn das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hat den Steuerabzug in einem solchen Fall erlaubt.

Leistungserfolg in der Wohnung zählt

Konkret ging es um ein Hoftor, das bei der Klägerin ausgebaut, in der Werkstatt des Tischlers repariert und anschließend wieder eingebaut wurde. Das Finanzamt wollte die Kosten für den Handwerker nicht anerkennen. Zu Unrecht wie das Finanzgericht entschied.

Zwar wurde ein Teil der Arbeiten nicht auf dem Grundstück erbracht, sondern in der Werkstatt, es genügt aber, wenn der Leistungserfolg in der Wohnung des Steuerzahlers eintritt. Die Leistung wird dann im räumlichen Bereich des Haushalts erbracht. Folglich sind auch Reparaturkosten absetzbar, wenn es sich um einen mit dem Haushalt verbundenen Gegenstand handelt, der lediglich für Zwecke der Reparatur aus dem Haushalt entfernt und nach Abschluss der Arbeiten wieder in den Haushalt eingebracht wird, so das Gericht (Az.: 12 K 12040/17).

Gegen das Urteil hat die Finanzverwaltung Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt, daher ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Betroffene Steuerzahler können dennoch von dem laufenden Gerichtsverfahren profitieren.

Erkennt das Finanzamt die Kosten für eine auswärtige Reparatur nicht an, kann gegen den Steuerbescheid Einspruch eingelegt und das Ruhen des Verfahrens beim Finanzamt beantragt werden. Zur Begründung sollte das Aktenzeichen beim Bundesfinanzhof – VI R 4/18 – genannt werden, rät der Bund der Steuerzahler.

Dann bleibt der eigene Steuerfall bis zu einer abschließenden Gerichtsentscheidung offen und kann gegebenenfalls noch zugunsten des Steuerzahlers geändert werden. Das Einspruchsverfahren beim Finanzamt ist für die Steuerzahler kostenfrei. Also sagt auch Steuerberater Olaf Egert: „In jedem Fall sollte man es versuchen.“ (BdSt/ros)

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