Drohende Gefahr

Bundesamt warnt vor Cyber-Angriffen auf Rathäuser in Waldeck-Frankenberg

+
Computer-Viren (Symbolbild)

Waldeck-Frankenberg – Das Bundeskriminalamt (BKA) und der IT-Dienstleiter Ekom21 schätzen die Gefahr eines Hacker-Angriffs auf kleinere und mittlere Kommunen sowie Landkreise als hoch ein. Das geht aus einer Anfrage unserer Zeitung hervor.

Nach den jüngsten Cyberattacken gegen die Städte Frankfurt, Bad Homburg oder Alsfeld sei die Lage angespannt, heißt es vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Hacker würden ihre Angriffe breit streuen, um möglichst viele Ziele zu treffen. Kommunen seien dabei ein beliebtes Ziel.

In Waldeck-Frankenberg sind die Kreisverwaltung und fast alle der 22 Städte und Gemeinden technisch an die ekom21 in Gießen angeschlossen. „Angriffe auf die Server öffentlicher Verwaltungen gibt es jeden Tag – oft in Form von E-Mail-Spam-Wellen mit Hilfe spezieller Computer-Schadprogramme“, sagt Ann-Katrin Heimbuchner, Pressereferentin des Landkreises.

„Insbesondere Cyberangriffe mit der Schadsoftware Emotet haben in den vergangenen Monaten immer wieder Behörden und Kommunalverwaltungen getroffen“, sagt BSI-Sprecher Tim Griese (siehe Hintergrund). Die Motivation dieser Cyberangriffe sei vielfältig, berichtet Barbara Hübner vom BKA. Monetäre Interessen seien genauso denkbar wie die Schädigung von Konkurrenten oder politisch motivierte Beweggründe. „Lösegeldforderungen bilden bei Kommunen aber den Schwerpunkt“, sagt Hübner.

Denn die Verwaltungen arbeiten mit sensiblen, personenbezogenen Daten. Kommunen sind gezwungen, die Daten wiederzubekommen, um ihren öffentlichen Auftrag zu erfüllen. „Wenn man selbst dazu nicht in der Lage ist, erscheinen Lösegeldangebote oft der leichtere Weg, sind jedoch nicht zu empfehlen“, sagt Griese vom BSI.

Der kommunale IT-Dienstleister Ekom21 ist das größte Unternehmen seiner Art in Hessen und vom BSI zertifiziert. „Unser Sicherheitsniveau ist sehr hoch“, sagt Pressesprecher Stefan Thomas. Über 35 Millionen Spam-, Viren- und Phishingmails habe man im vergangenen Jahr für die 29 000 Anwender abgefangen. „Die größte Schwachstelle bei der IT-Sicherheit bleibt aber der Mensch“, sagt Thomas. Die Ekom21 betreibt deshalb ständige Aufklärungsarbeit und bietet für die kommunalen Mitarbeiter regelmäßig Schulungen an. Thomas: „Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es aber nicht.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare