Obernburger Feuerwehr feiert 60-jähriges Bestehen mit Kommers und Wettkämpfen

Buntes Fest zum runden Geburtstag

+
Die treuen Obernburger Feuerwehrleute wurden für ihren Einsatz geehrt. Währenddessen sorgten die Jugendlichen vom Chor aus Rhadern für Musik.

Vöhl-Obernburg - Seit dem 19. April 1952 hat Obernburg seinen eigenen Feuerwehrverein, eine gesellschaftliche und kulturelle Institution, deren 60-jähriges Bestehen am Wochenende aus-giebig gefeiert wurde.

Den Anfang machte ein festlicher Kommers im Dorfgemeinschaftshaus, in dessen Verlauf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Brandschutzes in Obernburg ausführlich betrachtet und besprochen wurden.

„Brände sind längst nicht mehr die Hauptsache, inzwischen besteht die Arbeit der Feuerwehren aus der Beseitigung von Ölspuren, Unfallbergung, der Rettung von Tieren und der Suche nach Vermissten“, so das Fazit von Gemeindebrandinspektor Berthold Schreiber. Der Sprung durch die Historie reichte vom ledernen Lösch­eimer in jedem Haushalt (1850) bis zum Kugelblitzeinschlag von 1948 im Hof Krummel.

Das Gründungsdatum ist zwar durch kein Bild dokumentiert, doch beim unterhaltsamen Rückblick auf 60 Jahre Brandschutz und den technischen Fortschritt blickte Vorsitzender Thomas Kalhöfer auf zahlreiche Mannschaftsfotos und Schnappschüsse zurück. Ein anderer Markstein der Chronik ist immer noch Gegenwart, das 1988 in Dienst gestellte aktuelle Einsatzfahrzeug war aber nicht nur Thema im Rückblick, sondern auch im Grußwort von Heinrich Klein. Denn die Gemeinde, so der Erste Beigeordnete, habe beim Land Hessen Zuschüsse für den Ersatz des langgedienten Fahrzeugs für 2013/2014 beantragt.

Wie entscheidende Sekunden verplempert werden, zeigten drei Mädchen von der Jugendfeuerwehr in einem Sketch, der zum komischen Höhepunkt des Abends geriet. Denn die Anruferin (Lea Dude), die bei der Leitstelle Obernburg schnell einen Brand melden wollte, geriet nicht auf schnellstem Weg zu einem kompetenten Ansprechpartner, sondern an ein Auswahlmenü, wie man es von Behörden oder Telekommunikationsunternehmen kennt. Hinter unzähligen Auswahlmöglichkeiten und zahlreichen sinnlosen Optionen steckte das Bedürfnis der Telefonistin (Theresa Bongert) nach einer Frühstückspause.

Urkunden und Abzeichen

Urkunden und Abzeichen bekamen folgende Mitglieder der Feuerwehr für 25 Jahre: Gertrud Beckmann, Katja Dietzel, Andreas Schimana, Kai Wegener. Für 25 Jahre aktiven Dienst wurden geehrt: Stefan Beckmann und Jens Wiesemann. Für 40 Jahre ausgezeichnet wurde Jürgen Wegener. Als Gründungsmitglieder wurden Alfred Damaske, Werner Meyer und Karl-Heinz Scherf geehrt.

Das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze bekam Lukas Jung, das Feuerwehrleistungsabzeichen „Gold-5“ erhielten Nicole Beckmann, Thomas Kalhöfer und Jürgen Klinkert.

Der Jugendchor Rhadern unter der Leitung von Gisela Grosche sorgte mit einer Pop- und einer Country-Einlage für weitere Verschnaufpausen zwischen den zahlreichen Wortbeiträgen.

Am Samstag eröffnete die Jugendfeuerwehr mit der Partie Jungen gegen Mädchen (2:1) das Kleinfeldturnier. Nach 15 Spielen stand Obernburg II als Sieger vor den Mädchen des SV Ittertal und der Feuerwehr Kirchlotheim. Am Abend sorgte die Miami Dance Band mit Stimmungsmusik aus vier Jahrzehnten Pop-Geschichte für allerbeste Feierlaune. Beim Festgottesdienst am Sonntagmorgen verband Pfarrer Daniel Kallen die christliche Botschaft mit dem Selbstverständnis der Feuerwehrmänner. Denn wie einst der barmherzige Samariter überlegen die Brandschützer und Notfallretter erst gar nicht lange, ob dieser oder jener überhaupt Hilfe verdient hätte, sondern tun ihr Bestes, um Schaden von Hab und Gut oder Leib und Leben abzuwenden.

An Öttes Gulaschkanone herrschte anschließend großer Betrieb. Nach dem Auftritt des gemischten Chores sollte das Jubiläum eigentlich bei Kaffee und Kuchen ausklingen, doch aufgrund des guten Wetters dauerte das Feuerwehrjubiläum bis in die späten Abendstunden. (ahi)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare