Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf sieht Zukunft für Affen-Tierhaltung

Chancen für den Gnadenhof

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Vöhl-Asel - Es ist möglich, dass der Gnadenhof „Artenreich“ in Asel doch weiterbetrieben wird. Das bestätigte Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf gestern auf Nachfrage.

Das Team des Gnadenhofs in Asel hatte Anfang Januar angekündigt, den Hof zu schließen. Die Auflagen seien nicht mehr realisierbar, die Kosten zu hoch, hatte Norman Siegel vom Gnadenhof beklagt und das Ende der Einrichtung zum 1. Juli angekündigt. Während Katzen, Hunde, Kühe, Ziegen und Pferde weiter auf dem Hof leben dürften, bis sie irgendwann in Ruhe sterben, sollten die Behörden für die Primaten und Nandus eine neue Heimat finden.

Nachdem im vergangenen Jahr das Waldeck-Frankenberger Veterinäramt zwei Mal im Gnadenhof vorstellig wurde, weil sich Passanten über die Tierhaltung beschwert hatten, stemmte das Team vom Gandenhof einen großen Arbeitseinsatz und bemühte sich damit um die Umsetzung neuer Auflagen.

Doch kaum sei das erledigt gewesen, sei die Unterbringung der Primaten bemängelt worden, hatte Siegel im Januar gegenüber der WLZ-FZ erklärt; die Anforderungen hatten sich geändert - und zwar so, dass sich das Team des Gnadenhofs aus Kosten- und Zeitgründen nicht mehr in der Lage sah, ihnen nachzukommen. Die Auflage: Bis Sommer 2015 müssen neue Gehege für die Primaten gebaut werden. Da schien den Betreibern eine Schließung des Hofs die folgerichtige Entscheidung.

Genau um die Unterbringung der Affen ging es in den Gespräch, das gestern Mittag auf dem Gnadenhof stattfand zwischen Betreibern, Vertretern des Regierungspräsidiums, des Veterinäramtes und Erstem Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf. Fazit des Treffens vor Ort: „Wir können Lösungen finden, um das Tierwohl zu verbessern und zugleich die Tierhalter nicht zu überfordern“, erklärte Deutschendorf auf Nachfrage der WLZ-FZ.

„Das Gespräch fand in einer konstruktiven und sachlichen Atmosphäre statt, allseits mit Blick auf das Wohl der Tiere,“ erklärte Deutschendorf. „Wir haben uns den Hof angeschaut und glauben, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, die Bedingungen in einem finanziell und zeitlich machbaren Rahmen zu verbessern. Die Informationen werden wir im Kreishaus intern auswerten und uns dann noch einmal mit den Betreibern des Gnadenhofs austauschen“, sagte Deutschendorf.

Vom Team des Gnadenhofs selbst war bis Freitagabend niemand telefonisch zu erreichen.

Von Marianne Dämmer

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