„Unternehmer als Lehrer“ berichten Elftklässlern der Alten Landesschule von ihrem Berufsalltag

Vom Chefsessel zurück in die Schule

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Unternehmer als Lehrer: Steuerberater Dirk Bödefeld übernahm für zwei Schulstunden den Unterricht von Jürgen Säuberlich (l.).

Korbach - Unternehmer - die machen viel mehr als nur am Schreibtisch hinter Bergen von Papier sitzen. Und auf Persönlichkeit kommt es bei der Jobsuche an. Das erfuhren Elftklässler unter anderem von „Unternehmern als Lehrer“.

Es ist kurz vorm Beginn der vierten Stunde in der Alten Landesschule, der Politik- und Wirtschaftskurs von Jürgen Säuberlich trudelt im Raum ein. Doch auf die Schülerrinnen und Schüler der Jahrgangsstufe elf wartet keine gewöhnliche Stunde, Dirk Bödefeld ist Steuerberater, Chef einer Kanzlei und übernimmt für zwei Stunden den Unterricht.

Präzise und verständlich

Mit ihm sind noch fünf weitere „Lehrer“ an die Alte Landesschule gekommen. Das Projekt „Unternehmer als Lehrer“ wird schon seit einigen Jahren von der Industrie- und Handelskammer initiiert und von Jürgen Noebel an dem Korbacher Gymnasium organisiert. In diesem Jahr sind Unternehmer der Horizont Gruppe, des Bauingenieurbüros Wachenfeld, von Continental, der Energie Wal­deck-Frankenberg und der Sparkasse an die Alte Landesschule gekommen, um den Schülern einen Einblick in ihren Alltag zu gewähren. Wie funktioniert ein Unternehmen? Was für Abläufe gibt es und wie ticken die Menschen, die hinter den großen Schreibtischen die richtungsweisenden Entscheidungen treffen?

Auf all diese Fragen versuchten die Unternehmer präzise und verständliche Antworten zu finden. Aber die Elftklässler interessierten sich nicht nur für den Berufsalltag. Auch die Wechselwirkungen zwischen Politik und Wirtschaft wurden in fast allen Kursen thematisiert, sowie Krisensicherheit und die Einbindung der Unternehmen in das gesamte System.

Einblicke in andere Welten

„Das, was wir hier lehren, hat also doch Relevanz für das Leben nach der Schule“, bemerkte Lehrer Carsten Schäfer lächelnd. Aber nicht nur die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Fragen zum beruflichen Werdegang der Chefs loswerden. Auch die Unternehmer erhielten Einblicke in die Entscheidungsprozesse zur Berufswahl der kommenden Generation.

Was Bödefeld in der anschließenden Diskussion in seinem Kurs auffiel, bestätigten viele seiner Kollegen. „Für viele Schüler ist es schwierig, bei kürzerer Schulzeit die wachsende Flut an Informationen zur Berufswahl zu durchblicken.“ Auch deshalb seien Veranstaltungen wie „Unternehmer als Lehrer“ wertvoll - um die Schüler einen Blick auf den Unternehmeralltag werfen zu lassen.

„Die Persönlichkeit zählt“

Die Unternehmer hatten noch ein paar Tipps für ihre Schüler parat. „Die Persönlichkeit zählt. Bei allem fachlichen Wissen betrachten wir auch den Menschen und seine Eigenschaften.“ Das gaben sie den Schülern mit auf den Weg. Und den Vorschlag, später wieder in die Heimat zurückzukehren, sich aber nicht zu scheuen, vorher in der Welt Erfahrungen zu sammeln. (nic)

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