Aufgabe ist die Heimat- und Kulturpflege in Korbach

Christof-Linde-Stiftung gegründet

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Gründen die Christof-Linde-Stiftung (vorne v.l.): Margot Linde, Bürgermeister Klaus Friedrich und Dr. Karl-Otto Linde. Hinten: Hans Albert Pohlmann, Mitglied des Kuratoriums, Notar Stefan Teipel, Stadtrat Reinhard Müllenhoff und Kämmerer Ralf Buchloh. Fotos: Benseler

Korbach - In Gedenken an ihren im Frühjahr verstorbenen Sohn und aufgrund ihrer Verbundenheit zu Korbach haben Margot und Dr. Karl-Otto Linde gestern die Christof-Linde-Stiftung gegründet.

Einen entsprechenden Vertrag mit dem Ehepaar unterschrieben gestern Bürgermeister Klaus Friedrich und Stadtrat Reinhard Müllenhoff. Die Stadt Korbach wird die Stiftung treuhänderisch verwalten. Zweck ist laut Satzung die Förderung der Heimat-, Kultur- und Ortsbildpflege. Das heimatgeschichtliche Bewusstsein in der Bevölkerung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, soll gefestigt werden. Ziel ist außerdem, historisch, kulturell und städtebaulich bedeutsame Werke in Korbach zu erhalten, instandzusetzen und zu unterhalten.

„Die Stiftung ist eine Möglichkeit, viel Gutes zu erreichen.“

„Wir gehen noch im nächsten Monat an die Arbeit“, kündigte Dr. Karl-Otto Linde gestern an. Konkrete Projekte sollen im nächsten Jahr entwickelt werden. Grundsätzlich sollen die Mittel als „Hilfe zur Selbsthilfe“ ausgezahlt werden, erklärte Linde. „Die Stiftung ist eine Möglichkeit, viel Gutes zu erreichen und andere zu motivieren, einen Teil ihres Vermögens mit anderen zu teilen“, sagte Bürgermeister Friedrich.

Die Christof-Linde-Stiftung ist als Novum in Korbach eine so genannte Verbrauchsstiftung.Herkömmliche Stiftungen sind sozusagen auf die Ewigkeit ausgelegt. Nur die Erträge des Stiftungsvermögens dürfen für das Stiftungsziel eingesetzt werden. Bei der Verbrauchsstiftung kann auch das gesamte Grundstockvermögen verbraucht werden. „Eine sinnvolle Möglichkeit, auch mit überschaubarem Vermögen etwas zu bewegen“, erklärte Dr. Linde.

Die Familie ist seit rund 100 Jahren mit der Region verbunden: Karl-Otto Lindes Großvater Carl hatte 1913 eine Molkerei in Dorfitter übernommen und 1926 dann als zweiten Betrieb die Molkerei in Korbach am Nordwall. 1959 stieg Enkel Karl-Otto Linde in den Familienbetrieb ein. 1973 schloss die Molkerei in Korbach ihre Pforte. Karl-Otto Linde hatte damals bereits die Geschäftsführung eines Milchwerks in Norddeutschland übernommen und war ins Oldenburger Land nach Damme gezogen. „Damme ist unser Zuhause, aber Korbach ist unsere Heimat“, sagte Linde gestern.

Auch durch ihren Sohn Christof blieb die Verbindung des Ehepaars zur hessischen Hansestadt erhalten. Der studierte Maschinenbauer arbeitete bis zum Jahr 2000 als Berufsfeuerwehrmann in Neuss. Seitdem wohnte er wieder in seinem Geburtsort Korbach, um an der Landesfeuerwehrschule in Kassel als Lehrer und Abteilungsleiter tätig zu sein. Er verfasste in seiner Laufbahn mehrere Fachbücher und machte sich als Autor einen Namen. Am 18. Februar starb Christof Linde unerwartet im Alter von 52 Jahren. Mit der Gründung der Stiftung wollen die Eltern das Leben und umfangreiche Wirken ihres Sohnes zum Wohle der Stadt Korbach würdigen.

Über die Vergabe des Stiftungsvermögens und die Verwaltung des Vermögens entscheidet ein Kuratorium. Ihm gehören Dr. Karl-Otto Linde als Vorsitzender, Margot Linde, Hans Albert Pohlmann und Kämmerer Ralf Buchloh an. Ein fünftes Mitglied aus dem Familienkreis soll noch bestimmt werden.

Die Stiftung soll keine Pflichtaufgaben der Stadt übernehmen, sondern ergänzend tätig werden. Aufgabe ist auch die Grabpflege der Familie Linde auf dem alten Korbacher Friedhof.

Von Lutz Benseler

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