Porträt

Neuer Schulleiter an der Alten Landesschule in Korbach: Christoph Aßmann hat sich schon früh für Musik begeistert

Will sich in Ruhe seine neue Arbeitsstätte anschauen: Christoph Aßmann ist seit einer Woche neuer Schulleiter der Alten Landesschule in Korbach.
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Will sich in Ruhe seine neue Arbeitsstätte anschauen: Christoph Aßmann ist seit einer Woche neuer Schulleiter der Alten Landesschule in Korbach.

Er gibt den Takt vor: Christoph Aßmann ist neuer Schulleiter der Alten Landesschule in Korbach – privat dirigiert er Blasorchester. Die Musik spielt in seinem Leben ein große Rolle.

Korbach – „Das war quasi vorprogrammiert“, berichtet Aßmann, wie er zur Musik gekommen ist. Er sitzt am Konferenztisch in seinem neuen Büro in der Alten Landesschule, die leicht graumelierten Haare nach hinten gekämmt, ein blaues Sakko über dem Hemd. Wenn er spricht, rollt er leicht das „R“, so wie man in Erdhausen spricht, einem Dörfchen bei Gladenbach im hessischen Hinterland. Aßmann ist dort aufgewachsen und hat auch heute noch dort seinen Lebensmittelpunkt.

Der Vater spielte Flügelhorn in einem Musikverein und nahm ihn schon als kleines Kind zu Konzerten mit. Als Aßmann acht Jahre alt war, lag die Trompete unterm Weihnachtsbaum. Schon als Jugendlicher gab er dann selbst Instrumentalunterricht. „Klassenkameraden sprachen mir damals zu, dass ich mal ein guter Lehrer werden könnte“, sagt der 39-Jährige.

Nach dem Abitur im Jahr 2000 absolvierte er seinen Wehrdienst als Flügelhornist beim Heeresmusikcorps in Koblenz. „Ich hatte dort schon mit 16 ein Praktikum gemacht und auch gleich als Trompeter in einem Konzert mitgespielt.“

Dass die Musik auch einer seiner beruflichen Schwerpunkte werden sollte, war anschließend aber noch nicht absehbar. Zuerst studierte Aßmann die Fächer Geschichte sowie Politik und Wirtschaft (Powi) auf Lehramt, bis eine Bekannte ihn ansprach: „Warum studierst Du eigentlich nicht Musik? Du bist doch so ein Musikus.“ Das fragte Aßmann sich dann auch. Er bestand die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. „Dann hat sich für mich eine Welt aufgetan“, sagt er.

Im Studium habe er viel fürs Leben gelernt. Zum einen Zielstrebigkeit: „Man muss sich auf eine Sache konzentrieren, um sich weiterzuentwickeln.“ Zum anderen, wie wichtig Vertrauen in den Lehrer als Mentor ist: „Das Trompetenstudium baut sich in kleinen Schritten auf, man nimmt das eigene Vorankommen selbst gar nicht so wahr und es gibt immer wieder auch Rückschläge. Man braucht da Vertrauen zu seinem Lehrer, der einem den Weg aufzeigt.“

Als zweites Fach blieb er bei Geschichte. „Ich konnte zwei Leidenschaften kombinieren“, sagt Aßmann. Parallel zum Studium legte er den B-Kurs „Leitung von Blasorchestern“ ab, übernahm die Leitung von Blasorchestern und begann ein Studium zur Orchesterleitung in Maastricht. „Das war schon sehr intensiv, aber da habe ich gelernt, Prioritäten zu setzen und mit Belastungen umzugehen.“ Nach einer Zeit als Lehrer an der Lahntalschule in Biedenkopf wurde Aßmann in die Kultusverwaltung abgeordnet, zunächst im Dezernat Weiterbildung in Gießen. Bald übernahm er die Stelle als Leiter der Prüfungsstelle in Marburg. 2015 wurde er Direktor an der Hessischen Lehrkräfteakademie, 2017 wechselte er ins Kultusministerium nach Wiesbaden.

Und nun Schulleiter an einer der ältesten Schulen Hessens: „Im Ministerium arbeitete ich auf strategischer Ebene, an der Alten Landesschule habe ich die Möglichkeit, operativ tätig zu sein und habe Kontakt mit den Menschen vor Ort“, freut sich Aßmann, der sich das Gymnasium erst einmal in Ruhe anschauen will: „Ich möchte sehen, was die Schule ausmacht, ihre Stärken kennenlernen, aber auch Verbesserungswürdiges identifizieren.“

Der 441-jährigen Geschichte der ALS steht Christoph Aßmann gelassen gegenüber: „Ich halte Tradition für eine große Aufgabe und Verantwortung, aber empfinde sie nicht als Hypothek. Um zu entschieden, wo wir hinwollen, müssen wir uns bewusst sein, wo wir herkommen“, sagt der Geschichtslehrer. Was ihm wichtig ist: „Als Schulleiter ist man stark mitverantwortlich für das Schulklima und die Schulkultur und für ein wertschätzendes Miteinander.“ Wofür er noch gerne Zeit hätte neben Schule und Musik? „Sport“, antwortet Aßmann. Bis vor kurzem war er noch als Torwart aktiv.

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