So klingt die Region: WLZ-Serie "Musiker im Porträt"

Der „Guitarissimo“: Christoph Winzer stand schon als Schüler auf der Bühne

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„Ich bin mit Rockmusik groß geworden“: Christoph Winzer hat sich als „Guitarissimo“ der Live-Unplugged-Musik verschrieben.

Rock, Pop, Soul, Heavy Metal: Viele Solokünstler und Bands aus dem Kreis sorgen für handgemachten Sound. In einer Serie stellen wir Musiker vor. Heute: Christoph Winzer aus Korbach.

Los ging es mit einer Platte seines Bruders, erinnert sich Christoph Winzer: Bis dahin hatte er Akkordeon gespielt, nach der musikalischen Begegnung mit Mike Oldfield eröffnete sich ihm eine neue Welt. Mit 12, 13 Jahren stand er mit der Gitarre in der Schule auf der Bühne. Knapp 40 Jahre später befindet sich manches aus dieser Zeit noch immer im Repertoire des Korbachers, der solo als „Guitarissimo“ auftritt.

„Ich bin mit Rockmusik groß geworden“, blickt er zurück. Mit 17, 18 Jahren spielte er in einer Big Band, kam schließlich in die Tanz- und Unterhaltungsmusik, eine Top-40-Band aus Kassel. Doch er wollte wieder ganz unverstellt an der Akustik-Gitarre spielen: „Die Liebe zur handgemachten, ehrlichen Musik war einfach zu groß“, sagt er.

Gecoverte Lieder, selbst interpretiert

Songwriter von Simon & Garfunkel über Cat Stevens bis zu Ed Sheeran, Rock und Pop der 1980er Jahre und auch Filmmusik gehören zum Repertoire. „Früher hab ich immer versucht, eins zu eins zu covern“, sagt er. Aber der Musiker interpretiere immer selbst – und als ihm ein Zuhörer sagte, sei Sound erinnere an Mike Oldfield, war das eine große Freude.

Das Vorbild aus der frühen Jugend ist ein Multi-Instrumentalist, auch Christoph Winzer hat einiges ausprobiert. Heute liegt der Fokus auf der Akustik-Gitarre – Akzente setzt er gerne mit der Mandoline, gerade bei irischen Stücken. In dieser Folkmusik ist auch die Tin Whistle gefragt, ein einfaches Blechinstrument. Und mit der Foot Drum liefert er sich selbst die Perkussion: „Man schwingt als Musiker ja eh mit“, sagt er.

Christoph Winzer beim Weinfest in Bad Arolsen

Eine Leidenschaft ist sein Looper: Mit dem Gerät nimmt Christoph Winzer bei Konzerten sein Gitarrespiel auf und gibt es danach wieder. Er kann auch mehrere Schleifen übereinanderlegen und so als einzelner Gitarrist einen kleinen Orchester-Sound aufbauen.

Auf Privatveranstaltungen wie Weinproben steuert er zu Beginn oft eher Hintergrundmusik bei – doch die Leute werden aufmerksam. Und dann kann er sie einbinden: Er entscheidet meist vor Ort, was er spielt, mit einem flexiblen Repertoire will er sich auf sein Publikum einstellen. „Ich lege mir vorher gar nichts mehr zurecht“, sagt er.

Bei Nightgroove & Co. dabei

Auch auf größeren Veranstaltungen hat er schon öfter gespielt, etwa dem Arolser Weinfest. Mal war er da alleine unterwegs, mal als Teil eines Duos: Zusammen mit Wolf Pellmann tritt er als Duo „Barleycorn“ auf. Dessen Akustik-Gitarren und mehrstimmiger Gesang erfreuten auch schon mehrmals die Gäste des Nightgroove. Seinen Künstlernamen „Guitarissimo“ hat von einer gleichnamigen LP von Peter Horten und Siegfried Schwab.

Damit spielte er auch in einer anderen Formation: Zusammen mit Panflöten-Spieler Frank Schirmer trat er als „Mr. Pan und Guitarissimo“ auf.

Ob er je darüber nachgedacht hat, das Hobby zum Beruf zu machen? Ja, sagt der Augenoptiker: Aber die Freiheit lasse ihn seiner Leidenschaft ganz anders nachgehen. Eben ehrlich.

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