Korbach

Conti-AG sponsert Grundschulen

- Korbach (den). Mit zwei Projekten geht das Korbacher Conti-Werk an die Grundschulen im Stadtgebiet. „KiTec“ und „NaWi“ sollen den Kindern Naturwissenschaften näherbringen – und langfristig den Conti-Nachwuchs sichern.

Wo kommt die Stimme aus dem Telefon her? Wieso kommt aus dem Föhn heiße
Luft? Und warum fallen Äpfel auf den Boden? Fragen wie diese sollen die Korbacher Grundschullehrer künftig kompetenter beantworten können. Die Conti-AG stellt ihnen am Ende der Herbstferien Naturwissenschafts- und Technikkisten, Fachwissen und ein Handbuch zur Verfügung. Vor dem Projektstart werden die Pädagogen durch zwei Contimitarbeiter geschult. Welche Schulen an dem Projekt teilnehmen, dazu machte die Conti noch keine Angaben.
 „Das Interesse ist auf jeden Fall da“, berichtete Conti-Ausbilder Peter Bloch auf WLZ-Nachfrage. Alle Grundschulen in der Kernstadt und in den Ortsteilen wurden angesprochen. In professioneller Aufmachung und Ausrichtung sollen die gesponserten Utensilien das Lehrerleben leichter machen. Conti verfolgt damit eine „langfristige Strategie“, wie Bloch zugibt. Angesichts von drohendem Facharbeitermangel und schwieriger finanzieller Ausstattung an den Schulen sei der Firma daran gelegen, „die Kinder früh zu interessieren“. In direkten Kontakt werden Conti und Schule, an der Werbefreiheit vorgeschrieben ist, nicht kommen. Im Handbuch oder auf den Materialien, die immer wieder nachbestellt werden können, prangen keine Firmenlogos oder Ähnliches. Auch deshalb sorgt die Aktion für keine Kopfschmerzen beim Staatlichen Schulamt. „Was spricht denn dagegen, wenn eine Firma im Bildungsbereich Gutes tut?“, fragt Leitender Schulamtsdirektor Rainer Walenzik rhetorisch. Konkrete Regeln für den Umgang mit solchen Anfragen gebe es nicht, berichtete Walenzik. „Die Schulleiter sind gefragt. Sie müssen die Materialien durchschauen und sich fragen, ob sich die Unterlagen sinnvoll integrieren lassen.“ Die intensive Prüfung sei an dieser Stelle enorm wichtig. Der Schulamts-Mitarbeiter sieht Parallelen zu Jahrbüchern, die bereits häufig mit (finanzieller) Unterstützung der Förderer gedruckt würden. Ein anderes Beispiel findet er im technischen Bereich. In der Vergangenheit sei es vorgekommen, dass Rechner oder Drucker kostenfrei zur Verfügung gestellt würden. Dies sei aktuell allerdings „nicht mehr gern gesehen“, weil der Verwaltungsaufwand sehr hoch sei. Dies sei bei den beiden Projekten „KiTec“ und „NaWi“
nicht der Fall. „Die Unterlagen sind ja zusätzliche Mittel, die sehr gut aufbereitet sind“, steht Walenzik dem aktuellen Vorhaben der Continental-AG „grundsätzlich positiv“ gegenüber. Insgesamt plant die Conti AG an elf deutschen Standorten, mit den örtlichen Grundschulen eine Partnerschaft einzugehen; 30 Grundschulen sollen mit ins Boot geholt werden. Das Projekt erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der „Wissensfabrik“(siehe Hintergrund rechts). Ziel sei es, „frühkindliche und Grundschulbildung in Deutschland zu fördern“, heißt es in einer Pressemitteilung des Zusammenschlusses. Continental ist seit Juni Mitglied der „Wissensfabrik“.

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