Auch im Conti-Reifenwerk wurden Schichten abgesagt

Schwierige Auftragslage: Kommt Kurzarbeit bei Conti Tech?

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Informierten bei der Betriebsversammlung: (von links) Betriebsrat Jörg Schönfelder, Ulrich Spitzer (Conti Tech), Werksleiter Lothar Salokat, Aufsichtsrat Francesco Grioli und Michael Till (Betriebsrat). 

Kommt die Kurzarbeit bei Conti Tech? Diese Frage treibt Mitarbeiter nach der Betriebsversammlung im Korbacher Werk um. Die wirtschaftliche Situation sorgt für weniger Aufträge. 

„Es war klar, dass auch wir die Gesamtsituation der Wirtschaft spüren werden“, sagte Lothar Salokat, Werksleiter der Conti in Korbach, nach einer Betriebsversammlung am Dienstag. Im vierten Quartal seien im Reifenwerk Schichten abgesagt worden, ebenso bei Conti Tech. Dort sei, so Geschäftsleiter Ulrich Spitzer, Kurzarbeit angemeldet worden. Ob sie aber tatsächlich komme, sei noch unklar.

Bis in den Oktober hinein sei beispielsweise die Reifenproduktion für Pkw durch Winterreifen ausgelastet gewesen, dann seien Anpassungen notwendig geworden, so Salokat. Arbeitszeitkonten würden abgebaut, bei Neueinstellungen sei man zurückhaltend, beschreibt der Werksleiter die Situation. „Stabil und zufriedenstellend“ sei die Lage im Zweiradbereich. Betriebsbedingte Kündigungen seien kein Thema.

Conti Tech in Korbach: Weniger Aufträge bei Erstausrüstung für Autos 

Mit dem Bereich Industrieschlauch ist Ulrich Spitzer „sehr zufrieden“, insgesamt habe man bei Conti Tech ein „starkes Produktportfolio“. Schwieriger ist es dennoch bei der Erstausrüstung für Autos. Da habe man zwar keine Aufträge verloren, sagt der Conti Tech-Chef. Insgesamt gebe es aber weniger Aufträge. Deshalb würden Schichten zurückgefahren und teils Mitarbeiter „verteilt“.

Irgendwann sei aber „eine Grenze der Flexibilität“ erreicht. „Die nächste Option wäre Kurzarbeit.“ Diese sei bereits angemeldet. Ob und wann sie greift, steht noch nicht fest. Doch für Spitzer ist klar: „Wir wollen die Mitarbeiter halten.“ Dass die mögliche Kurzarbeit keine Begeisterung bei den Mitarbeitern auslöse, sagte Betriebsratsvorsitzender Jörg Schönfelder. Man sehe aber die Notwendigkeit dazu. Und noch immer seien Prozesse gemeinsam gestaltbar.

Millionen-Investition in Korbacher Conti-Tech-Standort

Trotz teils schwieriger Rahmenbedingungen wird investiert im Korbacher Conti-Werk. Unter anderem fließen gut zehn Millionen Euro in eine große Maschine und der Bau der End-Inspektion sei abgeschlossen. Knapp 15 Millionen habe das gekostet. Ermöglicht werde dadurch eine Qualitätskontrolle für Autoreifen „auf dem neuesten Stand“.

Neu verhandelt werden müsse im kommenden Jahr über die Standortsicherungsverträge, sagte Schönfelder. Diese würden Ende 2020 ablaufen. Abgeschlossen werden sie für je fünf Jahre.

Mitglied des Aufsichtsrats der Continental AG hat positiven Eindruck von Korbacher Werk 

Einen positiven Eindruck vom Korbacher Werk hat Francesco Grioli, Mitglied des Aufsichtsrats der Continental AG und des Hauptvorstands der IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie). Es gebe hier „kluge Instrumente für Krisensituationen“, man reagiere frühzeitig auf Veränderungen und zwar Management und Betriebsrat gemeinsam. 

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