Betriebsratsvorsitzender fordert mehr Möglichkeiten bei Mitarbeiter-Rekrutierung 

Continental in Korbach ist gut aufgestellt 

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Aufnahme aus der Luft: Das Conti-Werk in Korbach. 

Korbach. Trotz Umstrukturierung bei Conti-Tech ist der Reifenhersteller Continental in Korbach gut aufgestellt. Das Technologiezentrum arbeite erfolgreich, die Reifenproduktion für Pkw laufe gut. Darauf wies die Unternehmensspitze mit Werkleiter Lothar Salokat bei der Betriebsversammlung am Mittwoch hin – ohne konkrete Zahlen zu nennen. 

Industriereifen seien in großer Zahl produziert worden. Viel Potenzial sehe man in der Reifenherstellung für den Tuning-Markt und für Edelkarossen. 

Mahnende Worte fand dagegen Betriebsratsvorsitzender Jörg Schönfelder. Er forderte, dass sich Conti wegen des umkämpften Arbeitsmarktes bei der Rekrutierung von Mitarbeitern breiter positionieren müsse.

Nicht mehr nur auf Zeitarbeit setzen 

„Wir fischen mit unserem Arbeitskräftebedarf genau in diesem Markt. Zuletzt haben wir uns bei den gewerblichen Arbeitern stark darauf beschränkt, diese über den Sektor Zeitarbeit zu finden. Bei dem sinkenden Angebot müssen wir uns allerdings zukünftig breiter aufstellen und das komplette Spektrum bei der Rekrutierung von Mitarbeitern nutzen“, sagte Schönfelder. 

Soll heißen: Der Betriebsratsvorsitzende fordert, dass Continental ab sofort selbst in Aktion tritt und gezielt von Unternehmensseite aus nach diesen Mitarbeitern sucht. „Wir sind beispielsweise über das Schichtsystem gerade im Schlauchbereich stark ausgelastet. Damit wir unseren Mitarbeitern wieder Freiräume geben können, müssen wir entsprechendes Personal einstellen“, sagte Schönfelder.

Lob und Anerkennung für Conti-Mitarbeiter 

Für die Mitarbeiter des Reifenherstellers Continental gab es bei der Betriebsversammlung indes viele positive Nachrichten. Am Ende durften sie sich über Lob und Anerkennung für die geleistete Arbeit freuen. Im Korbacher Reifenwerk und bei Conti-Tech arbeiten 3500 Mitarbeiter und 150 Auszubildende. „Das Unternehmen ist dank unserer Mitarbeiter gut aufgestellt“, sagten nach der Versammlung Werkleiter Lothar Salokat und Betriebsratsvorsitzender Jörg Schönfelder im Gespräch mit unserer Zeitung. Gleichzeitig warteten auf Continental in Korbach aber auch viele Herausforderungen.

Conti-Tech im Wandel 

Zu den Herausforderungen in diesem Jahr gehörte unter anderem der Abschluss des Umstrukturierungsprozesses in der Produktion von Industrie- und Autoschläuchen bei Conti-Tech. Nach Auskunft des dortigen Geschäftsführers Ulrich Spitzer ging es im Kern um eine Produktneuordnung. „Es lässt sich festhalten, dass die Produktgruppen in beiden Bereichen – also sowohl bei den Industrie-, als auch bei den Automobil-Schläuchen – in diesem Jahr sehr gut gelaufen sind“, berichtete er. Vorausgegangen sei ein entsprechender Anpassungsprozess. „Wir haben jetzt die richtigen Produkte im Portfolio und auch mit Blick in die Zukunft ist uns diese Ausrichtung gelungen“, sagte Spitzer. Betriebsratsvorsitzender Jörg Schönfelder wies darauf hin, dass es bei der Umstrukturierung auch personelle Anpassungen gegeben habe. „Diese haben wir jedoch innerhalb des Unternehmen regeln können, indem wir künftig Menschen aus der Reifenproduktion bei Conti-Tech einsetzen.“ Conti-Tech beschäftige derzeit 1100 Mitarbeiter. Laut Personalleiter Kambiz Shahidi habe es im Zuge der Umstrukturierungen keinerlei betriebsbedingte Kündigungen gebeben. 

Industrie 4.0 und neue Maschinen  

Den Beschäftigten bei Coni in Korbach wurde bei der Betriebsversammlung auch deutlich vor Augen geführt, dass in Zukunft die Themen „Industrie 4.0“ und „Digitalisierung“ noch stärker in den Vordergrund rücken werden. „Dabei geht es darum, den Mitarbeitern die Angst vor diesen notwendigen Prozessen zu nehmen und mitzunehmen“, betonte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Michael Till. 

Werkleiter Lothar Salokat wies darauf hin, dass es bei der Produktion von Zweiradreifen „eine Verschnaufpause“ gegeben habe, die aber keine gravierenden Auswirkungen nach sich zog. Er warf den Blick danach auf die Produktion von Pkw-Reifen und wies darauf hin, dass die Gesamtmenge konstant geblieben sei. Conti produziert nach Werksangaben rund 10,6 Millionen Pkw-Reifen pro Jahr. Salokat betonte, dass sich das Spektrum von Artikeln und Produkten immer mehr vergrößere. „Wir haben häufigere Wechsel in der Fabrik. Dazu brauchen wir neue Maschinen. Gerade bei der Reifenherstellung für den Pkw-Bereich haben wir in den letzten Jahren viele Veränderungen umgesetzt. Das wird auch in Zukunft so weitergehen“, sagte er. 

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