Werkleiter Salokat: „Verhaltene Situation“, aber kein Stellenabbau

Continental in Korbach: Kurzarbeit kein Thema

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Erstausstattung und Ersatzgeschäft: Die Reifenproduktion im Werk der Continental AG in Korbach könnte ins Stocken geraten, weil die gesamtwirtschaftliche Situation sich verschlechtert.

Der Autozulieferer Continental hat angekündigt, dass konzernweit Stellen gestrichen werden könnten. Für das Werk in Korbach stehe ein Stellenabbau derzeit aber nicht im Raum, betont Werkleiter Lothar Salokat.

Auf der anderen Seite werde wegen der „verhaltenen Situation“ aber kein zusätzliches Personal eingestellt, sagte Salokat. Der Konzern verzeichnet sinkende Umsatzzahlen aufgrund der Absatzschwäche seiner Kunden in der Automobilindustrie.

Der Wachstumskurs sei gedämpft, räumt der Werkleiter auf Nachfrage ein. Die gesamtwirtschaftliche Situation sei derzeit weniger rosig als in den Vorjahren. Handelskrieg und Elektrifizierung nennt Salokat als Schlagworte.

Die Nachfrage nach Neuwagen sinkt weltweit, weshalb auch Zulieferer wie Continental mit der Produktion von Reifen für die Automobilhersteller ausgebremst werden.

Lothar Salokat,  Werkleiter Conti Korbach.

Dennoch seien die Auftragsbücher des Werkes in Korbach zurzeit voll, und Bestellungen müssten gefertigt und geliefert werden, weshalb die Mitarbeiter am Standort Korbach zumindest in diesem Quartal bis Ende September stark gefragt seien. Wie sich die Nachfrage nach Autoreifen danach entwickeln werde, sei noch offen. Daher kann Salokat keine bindenden Aussagen über langfristige Entwicklungen treffen. „Wir können immer nur das produzieren, was die Märkte abverlangen.“

Dass sich die 3700 Mitarbeiter bei Conti in Korbach ernsthaft Sorgen machen müssten, dafür sieht Lothar Salokat keinen Anlass. Auch das Thema Kurzarbeit stehe nicht im Raum. Ein Vorteil sei, dass Korbach nicht nur bei der Erstausstattung für Autos, sondern auch im Ersatzgeschäft gut aufgestellt sei. Während die Nachfrage nach Sommerreifen nicht zuletzt aufgrund der Beliebtheit von Ganzjahresreifen sinke, hätten die Produzenten der Winterreifen für den skandinavischen Raum „sehr viel zu tun“.

Eine besonders hohe Auslastung verzeichnet Conti in Korbach dem Werkleiter zufolge bei Fahrradreifen und Industriereifen. Die Spannungen am Automobilmarkt hält Salokat für „normale Schwankungen“, die der Konzern überwinden werde. Das Unternehmen setze nach wie vor auf Investitionen, Innovationen und die Digitalisierung, die als Chance angesehen werde, wettbewerbsfähig zu bleiben.

„Auch wenn wir mal eine längere Phase erleben, in der der Produktionsausstoß nicht auf dem höchsten Niveau ist, werden wir das gewiss überstehen.“

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