Verschärfter Sparkurs beim Autozulieferer

Ausgaben und Investitionen auch bei Continental in Korbach auf dem Prüfstand

GERMANY: Reifen , Reifenproduktion am 24.10.2018 im Werk der Continental AG in Korbach.
+
Nach dem Corona-Shutdown: Die Reifenproduktion im Continental-Werk in Korbach ist wieder angelaufen (Archivbild).

Der Nachfrageeinbruch in der Corona-Krise zwingt den Autozulieferer Continental dazu, seinen Sparkurs weiter zu verschärfen. Vorstandschef Elmar Degenhart kündigte bei der Hauptversammlung des Konzerns in Hannover an, Investitionen sowie Arbeits- und Sachkosten zu reduzieren. Das geht auch am Standort Korbach nicht spurlos vorüber.

  • Continental-Vorstandschef Elmar Degenhart verkündet einen verschärften Sparkurs.
  • Auch im Korbacher Reifenwerk von Continental kommen Investitionen auf den Prüfstand.
  • Nach der Corona-Krise ist die Produktion am Standort Korbach wieder angelaufen.

Weltweit gerät die Wirtschaft wegen der Corona-Krise in die Rezession. Das bleibt auch im Korbacher Reifenwerk nicht ohne Folgen: „Ausgaben und Investitionen werden geprüft“, sagte Werkleiter Lothar Salokat auf Nachfrage unserer Zeitung. Entwicklungsprojekte würden aber weiter vorangetrieben.

Schwerpunkt der Investitionen in diesem Jahr ist der neue Textilkalander inklusive eines neuen Gebäudes. Auch neue Produkte werden in den kommenden Monaten weiter am Standort entwickelt: Die Korbacher arbeiten unter anderem an nordischen Winterreifen sowie UHP-Reifen, auch mit Schwerpunkten im High Performance Technology Center (HPTC).

Produktion bei Continental in Korbach läuft im gesamten Werk

Als ein Lichtblick ist nach dem Shutdown zu Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Produktion mittlerweile wieder im gesamten Werk angelaufen – in den einzelnen Bereichen aber noch auf „sehr unterschiedlichem Niveau“, wie Salokat betonte: „Bei den Zweiradreifen haben wir wieder eine sehr gute Nachfrage“, sagte der Werkleiter.

Die Pkw-Reifen-Produktion kommt im Juli und August sogar ohne Kurzarbeit aus. Wegen der Urlaubszeit sei aktuell ohnehin weniger Personal im Werk. „Wir können derzeit das produzieren, was der Markt verlangt“, sagte Salokat.

Die Auslastung im Rest des Jahres müsse Monat für Monat der Situation angepasst werden. Der Werkleiter: „Wir beobachten das.“ Kurzarbeit werde grundsätzlich weiter als ein Instrument genutzt, sagte Salokat.

Weiterhin strenge Hygieneregeln bei Continental in Korbach

Ansonsten prägt die Corona-Pandemie weiter den Alltag im Werk: Gearbeitet wird am Standort Korbach weiterhin unter strengen Hygieneregeln. Wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, gilt die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. „Ich halte es für notwendig, dass das weiter eingehalten wird“, sagte Salokat. Besprechungen würden meist online als Videokonferenz durchgeführt, Reisen auf das zwingend Notwendige reduziert. „Etwa für Schulungen oder die Ausbildung, aber nur wenn die Schutzmaßnahmen gewährleistet sind.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare