In den Ruhestand gewechselt

Contitech-Geschäftsführer Ulrich Spitzer in Korbach verabschiedet

Korbachs „Mister Schlauch“ wird verabschiedet: (von links) Werkleiter Lothar Salokat, Contitech-Geschäftsführer Frank Kriechel, Betriebsrat Björn Schöffl, Geschäftsführer Ulrich Spitzer, Betriebsratsvorsitzender Jörg Schönfelder und Personalleiter Kambiz Shahidi.
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Korbachs „Mister Schlauch“ wird verabschiedet: (von links) Werkleiter Lothar Salokat, Contitech-Geschäftsführer Frank Kriechel, Betriebsrat Björn Schöffl, Geschäftsführer Ulrich Spitzer, Betriebsratsvorsitzender Jörg Schönfelder und Personalleiter Kambiz Shahidi.

Korbachs „Mister Schlauch“ – wie Werkleiter Lothar Salokat ihn nennt – geht in Rente: Nach 32 Jahren am Continental-Standort Korbach ist Contitech-Geschäftsführer Ulrich Spitzer (60) in den Ruhestand verabschiedet worden.

Korbach – Die Karriere im Continental-Konzern war dabei gar nicht selbstverständlich: Ulrich Spitzer kam in Bad Kreuznach zur Welt und hatte damit den Arbeitsvertrag beim örtlichen Reifenwerk des Conti-Konkurrenten Michelin quasi schon per Geburt in der Tasche. Doch er entschied sich anders. „Das fand nicht jeder in der Familie gut“, schmunzelt er heute.

Spitzer wuchs bei Gießen im Licher Stadtteil Kloster Arnsburg auf und besuchte in Lich die Schule. Von 1981 bis 1987 studierte er Maschinenbau in Darmstadt und heuerte 1988 als junger Ingenieur bei Continental in Korbach an. 1990 absolvierte er ein einjähriges Weiterbildungs-Studium Kautschuktechnologie in Hannover.

Schon früh wurde ihm Verantwortung übertragen: 1993 übernahm Spitzer die Abteilungsleitung in der Produktion der Klima- und Servolenkungsschläuche, 1996 der Industrieschläuche. 1998 wurde er Produktmarktsegmentleiter, am 1. Juni 2000 zusätzlich Geschäftsführer der Contitech Schlauch GmbH.

Herausforderungen gab es in seinem Berufsleben viele: 1993 traf eine Rezession Continental hart. Auch am Standort Korbach wurde massiv Personal abgebaut. „Das ging alles rasend schnell“, erinnert sich Spitzer an die schwierige Zeit. Doch genauso schnell ging es bald wieder bergauf: 1996 kaufte Continental den Schlauchhersteller Paguag, die Produktion zog von Düsseldorf nach Korbach. Spitzer: „Dann hat es wieder richtig geblüht.“ 2001 stand Contitech schließlich zum Verkauf. „Zum Glück hat das nicht geklappt“, sagt Spitzer. Stattdessen ist das Unternehmen selbst durch Zukäufe gewachsen.

„Wir verlieren Expertise und einen liebenswerten Kollegen“, sagt Lothar Salokat. Spitzer habe immer wieder den „richtigen Riecher“ bei technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen gehabt. Er sei ein Optimist mit einer positiven Ausstrahlung. „Er verfolgt zielstrebig seine Ideen und begeistert andere für seine Projekte“, sagt Frank Kriechel, der seit 2016 mit in der Geschäftsführung bei ContiTech Schlauch sitzt.

Ulrich Spitzer bleibt der Hansestadt Korbach auch im Ruhestand erhalten: „Wer im Waldecker Land wohnt, ist praktisch im Urlaub“, so die Erkenntnis des gebürtigen Bad Kreuznachers. Verstärkt will er sich ehrenamtlich engagieren: „Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Kinder eine gute Ausbildung erhalten“, sagt Spitzer. Vor allem freut er sich auf viel Zeit fürs Lesen – und viele Reisen mit seinem VW T6 California Beach: „Meine Familie ist überall in Deutschland und der ganzen Welt verstreut.��

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