Experten in Reisebüros geben Tipps

Reisetipps im Dschungel der Risikogebiete

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Altstadtführung mit Gesichtsmaske – auch der Urlaub in Mittelmeerländern kann sich zurzeit lohnen.   

Es ist Herbst, nasskalt und viele sehnen sich nach sonnigen Gefilden. Doch die Reiselust ist in der Coronakrise oft getrübt, denn die Zahl der Risikogebiete wächst. Profis in den Reisebüros trotzen der Flaute, geben Tipps und helfen ihren Kunden durch den Dschungel der Bestimmungen.

Griechenland, Malta und die Türkei sind trotz Krise immer noch gefragt, berichtet Alexander Jopp, Büroleiter von Reiseland in Korbach (www.reiseland-korbach.de). „Wer zurzeit im trüben Herbst die Sonne sucht, sollte nicht verzagen – wir haben tolle Tipps“, so der Experte. Klar, die Autoreiseziele in Deutschland seien jetzt in der Coronazeit besonders beliebt. Voll im Trend: Ost- und Nordseeküste, die Mittelgebirge und Süddeutschland. Gern hilft Jopp seinen Kunden, passgenaue Unterkünfte zu finden.

Alexander Jopp vom Reiseland in Korbach zeigt tolle Urlaubsziele und hilft seinen Kunden gern durch den wachsenden Dschungel der Risikogebiete.   

Doch sein Service geht noch weiter: „Viele Leute sind unsicher und wollen wissen, wie groß das Infektionsrisiko im Wunschland ist und welche Sicherheits- und Hygieneregeln dort gelten. Natürlich können wir die Ängste nicht völlig nehmen, doch wir helfen, das Risiko einzuschätzen. Denn, wer die aktuellen Bestimmungen in den Reiseländern kennt, kann etwas beruhigter fahren oder fliegen“, erklärt Jopp. Als Experte kennt er die Spielregeln der Touristik und weiß wie die anderen Reiseprofis, wo er zuverlässige, tagesaktuelle Informationen zu den aktuellen Coronabestimmungen bekommt. Seine Quellen bei der Online-Recherche sind zunächst das Auswärtige Amt der Bundesregierung, das gerade ein Ampelsystem zur Orientierung im Wirrwarr der Risikogebiete aufbaut. Wichtige Informationsquellen bieten aber vor allem die Reiseveranstalter, die mit detaillierten Informationen alles daran setzen, Transparenz zu schaffen und Vertrauen aufzubauen.

Jede Anfrage bearbeitet er einzeln, geht auf jeden Kundenwunsch ein und sucht nach passgenauen Lösungen, um die Reiseträume individuell zu erfüllen. Beratung gibt Sicherheit – aber natürlich können auch die Touristikprofis kein Restrisiko ausschließen. Zum Beispiel bei den Flügen. „Viele Klimaanlagen in den Flugzeugen sind schon umgerüstet, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Die neue Technik erlaubt in nur drei Minuten den kompletten Luftaustausch im Passagierraum. Das ist gesetzlich geregelt und von der EU so vorgeschrieben“, erklärt Jopp.

Trotz Corona-Chaos und aller Bedenken lohne sich auch in diesen Tagen die Suche nach Urlaubszielen. Jopp: „Gerade die offenen Mittelmeerziele sind aktuell sehr gut zu bereisen, weil sie nicht überfüllt sind. Dort hat man zurzeit viel Platz und Ruhe. Die mangelnde Auslastung gewährleistet die Einhaltung der umfangreichen Hygienemaßnahmen. Die Gastgeber vor Ort tun eben alles für die Sicherheit. Zum Beispiel in türkischen Hotels. Am Büffet gibt es das Essen nur noch mit Bedienung, im Restaurant wird Fieber gemessen, überall gibt es Desinfektionsmittel. Hinzu kommen die Tests und strengen Quarantäne-Bestimmungen. Das wirkt: Wir hatten noch keinen Fall mit positivem Corona-Testergebnis.“

Frischer Wind bei Kreuzfahrten

„Zurzeit sind Reisen innerhalb Deutschlands stark gefragt, vor allem die Ostsee ist beliebt. Darüber hinaus sind Griechenland und Portugal angesagt, vereinzelt auch Italien. Erste Anfragen und Buchungen haben wir auch für die wieder aufgenommenen Kreuzfahrten“, berichtet Monika Henkel, Geschäftsführerin der ReiseWelt Schreiber in Korbach (www.derpart.com). Bei den Flug- und Busreisen gebe es wieder Nachfrage, auch kurzfristige Buchungen seien möglich, die ersten für den Sommer 2021 seien bereits erfolgt.

Die Frage nach sicheren Reisezielen beantwortet sie so: „Griechenland bietet gute Voraussetzungen. Das Land ist relativ wenig von COVID-19 betroffen und hat bereits zu Beginn der Krise professionell reagiert. Für die griechischen Inseln Kreta, Kos und Rhodos wurden die Flugkapazitäten erweitert und die Saison bis in den November verlängert. Aber auch Zypern und Madeira bieten sich für einen Winterurlaub an.“

Sehr gute Hygienekonzepte hätten auch AIDA und andere Kreuzfahrtanbieter erarbeitet. Ab Mitte Oktober seien die Schiffsreisen wieder möglich.

Ein weiterer Tipp von Monika Henkel: „Alltours und andere Veranstalter nutzen die Kuba-Flüge von Condor und bieten ab 31. Oktober wieder Reisen auf die Karibik-Insel an. Zur Wahl stehen Vier- und Fünf-Sterne Hotels in den Ferienregionen Varadero, Santa Maria und Holguin.“ Gerade jetzt könne es sich lohnen zu verreisen, denn an Stränden sowie in Hotels sei es ruhiger, und die Menschen vor Ort freuen sich über jeden Gast.

„Wir wollen weiterhin Ansprechpartner sein – auch für den Deutschlandurlaub“, so Henkel und sagt zu ihrem Geschäft: „Das Vorjahresniveau werden wir nicht erreichen, doch für 2021 bin ich zuversichtlich.“

Deutlicher spricht Britta Wolf vom TUI ReiseCenter in Korbach (www.tui-reisecenter.de) die Krise der Branche an. „Zurzeit läuft es sehr schlecht – auch bei den Busreisen ist Ebbe. Fast täglich bekommen wir Stornierungen, nur einen Teil können wir auf nächstes Jahr umbuchen“, ist sie frustriert. Doch von allen Reisewarnungen lasse sie sich selbst nicht beeindrucken und verrät: „Ich fliege in wenigen Tagen selbst nach Mallorca.“ 

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