Kunden und Niederlassungen in China

Coronavirus: Firmen in Waldeck-Frankenberg schränken Geschäftsreisen ein

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Wegen des Coronavirus verzichten heimische Firmen auf Geschäftsreisen von und nach China.

Waldeck-Frankenberg – Das Coronavirus, das sich derzeit von China aus in die ganze Welt ausbreitet, spielt auch für heimische Firmen eine Rolle, die Geschäftsbeziehungen nach China oder eine Niederlassung dort haben.

So schränkt zum Beispiel der Reifenhersteller Continental in Korbach Geschäftsreisen von und nach China ein. Diese seien „nur in Ausnahmefällen und mit ausdrücklicher Genehmigung gestattet“, teilt Pressesprecherin Nicole Göttlicher auf unsere Nachfrage mit.

„Bei Continental sind nach unserem Erkenntnisstand keine Corona-Erkrankungen bekannt“, sagt Göttlicher. „Mitarbeiter, die in den letzten 14 Tagen in China waren, sind aufgefordert, nach ihrer Rückkehr zwei Wochen lang von zu Hause zu arbeiten.“

Wie berichtet, hatten sich Ende Januar in Bayern vier Mitarbeiter einer Firma bei einer Chinesin mit dem Coronavirus infiziert. Die Kollegin aus China hatte in dem Unternehmen eine Schulung geleitet.

Die Gefahr, dass sich Mitarbeiter mit dem Virus anstecken, wird beim Heiz- und Kältetechnik-Spezialisten Viessmann in Allendorf als gering eingeschätzt. „Im Moment sehen wir, abgesehen von der Einhaltung allgemeiner Hygiene-Hinweise, keinen Handlungsbedarf“, sagt Pressesprecher Jörg Schmidt. Viessmann hat zwei Werke in China: in Pinghu bei Shanghai und in Dachang bei Peking. Diese Orte seien 800 und 1200 Kilometer von Wuhan entfernt, wo das Corona-Virus ausgebrochen ist.

„Unsere Geschäftsführer aus China kommen zwei bis drei Mal im Jahr nach Deutschland“, sagt Schmidt. Aktuell stünden keine Besuche an. Viele Gespräche mit den Mitarbeitern in China würden ohnehin per Videokonferenz geführt. Bei Wartungsarbeiten werden die chinesischen Kollegen per Hololense-Brillen unterstützt: Damit kann ein Viessmann-Mitarbeiter in Allendorf live sehen, welche Handgriffe der Kollege in der chinesischen Fertigung vornimmt. „Das spart viel Zeit sowie lange Flüge und ist damit auch viel besser für die Umwelt“, sagt Schmidt.

Die chinesische Regierung hatte die Neujahrsferien wegen des Virus’ verlängert. Die Viessmann-Mitarbeiter arbeiten nun im Homeoffice oder fangen Montag wieder an.

„Wir beobachten die Entwicklung genau, sind aber aktuell bis auf kleinere Anpassungen, um auf die verlängerten Ferien nach dem chinesischen Neujahrsfest zu reagieren, nicht direkt betroffen“, sagt Hans-Joachim Schneider, Geschäftsführer von Osborn in Burgwald. „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter hat für uns absoluten Vorrang – auch bei unseren Entscheidungen zu den Dienstreisen.“

China sei ein sehr wichtiger Markt für den Industriebürsten-Hersteller Osborn, Mitarbeiter aus Burgwald reisen normalerweise mehrmals im Jahr dorthin, berichtet Schneider. „Wir machen uns natürlich Sorgen um unsere Kollegen und Kunden in China. Wir hoffen, dass die Situation unter bestmöglicher Kontrolle bleibt und für uns keine weiteren Auswirkungen haben wird.“

Das Coronavirus ist für die Menschen in Waldeck-Frankenberg weit weg - aber nicht für Carina Rüddenklau. Sie kommt gebürtig aus Laisa lebt in China.

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