Vöhl

Damit die Brücke sich bewegen kann

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- Vöhl-Herzhausen (resa). Während Tausende Fahrzeuge am Tag durch die Baustelle auf der Herzhäuser Brücke fahren, schaffen die Bauexperten um Udo Stremmel hinter den Bauzäunen ein aufwendiges Konstrukt. Das soll die Brücke die nächsten 35 Jahre stabil halten.

Wenn es im Sommer am Edersee richtig warm wird, dann hat die Brücke in Herzhausen allerhand zu tun. Sie dehnt sich bis zu 33 Millimeter. Wird es wieder kälter und im Winter eiskalt, zieht sie sich bis zu 33 Millimeter zusammen. Das macht einen Spielraum von bis zu 66 Millimetern. Damit die Autos und Lastwagen trotzdem sicher von Ufer zu Ufer kommen, fängt eine Dehnfugenkons­truktion mit Gummischläuchen in der Brücke die Schwankungen auf. Seit dem Brückenbau 1974 sorgt dieses Konstrukt an der Auffahrt auf der Südseite für Sicherheit.

„Bei unseren routinemäßigen Brückenkontrollen stellten wir fest, dass dieses Konstrukt ausgewechselt werden muss“, erklärt Udo Stremmel vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Bad Arolsen. Die Gummiprofile waren schadhaft, Korrosionsschäden waren augenfällig geworden. Also schloss das ASV an die Straßendeckenarbeiten im Oktober (wir berichteten) die Erneuerung der Dehnfugenkonstruktion an. Mit einem Hochdruckwasserstrahl und bis zu 1600 bar legten die Arbeiter das alte Konstrukt frei und lösten es vor zwei Wochen aus seiner Verankerung.

Am Montag wurde dann die neue Übergangskonstruktion nach Herzhausen gebracht. Die wird nun an gleicher Stelle auf einer Brückenbreite von 19 bis 20 Metern verankert. „Wir haben ausgemessen, dass die Brücke sich bis zu 66 Millimeter bewegt“, erklärte Stremmel. Die einfachen Konstrukte mit nur einem Gummischlauch halten aber nur bis zu 60 Millimeter aus. Also bedienten sich die findigen ASV-Mitarbeiter einer besonderen Idee: Sie entschieden sich für eine lärmmindernde Konstruktion, die zwar nur einen Gummischlauch hat, aber trotzdem bis zu 95 Millimeter abfängt. „Der positive Nebeneffekt ist, dass die Auffahrt auf die Brücke künftig auch leiser ist“, sagt Stremmel.

Nach dem ersten Bauabschnitt, der die linke Fahrbahnseite und andere Instandsetzungsarbeiten an der Brücke umfasst, soll in den nächsten Wochen nun die Erneuerung der Konstruktion auf der rechten Fahrbahnseite folgen. Auch eine neue Abdichtung für den Oberbau ist vorgesehen. „Wir wollten die Arbeiten aber noch vor Weihnachten abschließen“, sagt Stremmel.Die Kosten für die Bauarbeiten an der Brücke liegen bei rund 400 000 Euro.

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