Fachabiturienten der Fachrichtungen Sozialwesen und Technik verabschiedet

„Danke, dass ihr uns ausgehalten habt“

Ein letztes Klassenfoto zum Schluss. Die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschulen Sozialwesen und Technik (Maschinenbau/Elektrotechnik) verabschiedeten sich am Freitag mit dem Fachabiturzeugnis von ihrer schulischen Laufbahn - nun steht ein Studium oder eine berufliche Ausbildung an. Fotos: Schmidt

Korbach - Zum letzten Mal runter zählen - die Schulzeit geht auf Null. Mit der Rockhymne „Final Countdown“ marschieren die 84 Fachabiturienten der Fachrichtungen Sozialwesen und Technik (Maschinenbau/Elektro) in die Halle der Beruflichen Schulen ein. Hier und heute heißt es Zeugnis und Abschied nehmen.

Sie haben sich für diesen Tag alle schick gemacht, das Schlips-und-Kragen-Outfit gehört bei den jungen Herren genauso dazu, wie die Stöckelschuhe und das Kleid bei den jungen Damen.

Auffallend ist auch, dass Technik immer noch Männersache ist und Sozialwesen weiterhin vor allem Frauen anspricht. Während jeweils nur eine Schülerin in der Maschinenbau- und Elektrotechniklasse ihre Frau gestanden hat, befinden sich in den zwei Sozialwesenklassen nur fünf Männer.

Das afrikanische Sprichwort „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“ stellt Vize-Schulleiterin Christiane Becker-Ette in den Mittelpunkt ihrer Rede, mit der sie die Fachabiturienten und deren Eltern begrüßt. Schulleiter Werner Schmal kann heute nicht, weil er als Vater gefragt ist, wenn seine Tochter in einer anderen Schule verabschiedet wird.

Becker-Ette weist darauf hin, dass Gras besser wächst, wenn man es hegt und pflegt, den Halmen eine intakte Umgebung bietet. Und das gelte auch für Schüler. Neben Essen und Trinken sei eine schulische und elterliche Umgebung notwendig, die sowohl Entspannung ermögliche, aber auch Eigenverantwortung fordere.

Pietro Messana gab zum Schluss seiner Lehrerrede den Absolventen ebenfalls eine Lebensweisheit mit auf ihren weiteren Lebenslauf: „Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.“ (Marlon Brando, US-Schauspieler)

Die Sprecher der einzelnen Klassen blickten mit unterschiedlichen Sichtweisen auf die zweijährige Fachoberschulzeit. Da waren die Heimzahler an die Lehrer genauso vertreten wie die Danksager an die Pauker. Einer der schönsten Abschiedssätze von Schülerseite lautete dabei: „Danke, dass ihr uns einfach ausgehalten habt.“ Fünf Schüler haben das Ziel Fachabitur allerdings verfehlt.

Die Sozialwesen-Absolventen gehen nicht nur mit einem Zeugnis von Bord, sondern sie haben noch weitere Papiere vorzuweisen, die möglicherweise auf dem Arbeitsmarkt über eine Stellenzusage oder -absage entscheiden können.

Schüler erwerben Zusatzqualifikationen

Alle Schüler und Schülerinnen absolvierten einen Erste-Hilfe-Kurs und in Kooperation mit den Landkreis erwarben sie eine Jugendleiter-Card, die dazu berechtigt, Kinder- und Jugendgruppen zu betreuen.

Außerdem haben rund 20 FOSler erfolgreich an einem DLRG-Rettungschwimmerkurs teilgenommen. Solche Zusatzqualifikationen wolle die Schule künftig auch für die FOS-Technik-Klassen anbieten, welche Angebote das sein könnten, sei aber noch unklar, sagte ein Sprecher der Schule.

Und nach so viele Worten und musikalischen Einlagen mit Auftritten der Musiker um die FOS-ler Sarah Schulte, Theresa Longo, Tobias Ziegler und den Lehrern Falk Mitscher und Pietro Messsana, ist nun der Schlusspunkt der Feier an der Reihe: Zeugnisausgabe. Sie ist sehr persönlich, jeder wird einzeln vorgelesen - so viel Zeit muss sein. Den jeweils Klassenbesten Jannik Fingerhut (Elektrotechnik/Notendurchschnitt 2,0), Felix Merhof (Maschinenbau/1,7), Alina Marie Hernandez Rhode und Madelein Zirankewitsch (Sozialwesen/beide 1,1) überreicht Becker-Ette einen Gutschein.

Und dann war da noch dieser beeindruckende Auftritt von einem FOS-Schüler, der das Klassenziel Fachabitur im Sozialwesen verfehlt hat, sich aber trotzdem ans Rednerpult stellt und allen zu ihrem Fachabi gratuliert. Fachlich mag dieser junge Mann zwar durchgefallen sein, aber menschlich hat er schon weit mehr als die Hochschulreife erreicht.(rsm)

Folgende Schülerinnen und Schüler schlossen die Fachoberschule mit der Fachhochschulreife ab.

Fachrichtung Technik, Schwerpunkt Maschinenbau, Klasse 12FOT1 (Klassenleitung: Frau Braun) Niklas Robert Bakhuys, Marvin Cuypers, Dennis Göbel, Edgar Grützfeld, Yannik Henkel, Kevin Jäger, André Kesting, Jana Klabunde, Alexander Krutsch, Simon Lippe, Felix Merhof, Finn Ohm, Benhur Saltan, André Schramme, Marc-Pascal Stracke

Schwerpunkt Elektrotechnik, Klasse 12FOT2 (Klassenleitung: Frau Brönnecke-Klein) Pascal Behle, Christian Bender, Vladimir Bernhardt, Markus Bohl, Jannik Fingerhut, Mario Fischer, Carl-David Gitt, Adrian Görg, Sarah Grundmann, Lars Heinemann, Kevin Jacobs, Luis-Pascal Lessing, David Ulrich Lind, Alexander Lizenberger, Daniel Luckey, Sascha Rücker, Pascal Sahrhage, Philipp Trost

Fachrichtung Sozialwesen Klasse 12FOS1 (Klassenleitung: Herr Messana) Yannick Augstein, Sophia Becker, Christina Brökel, Ricardo Salgueiro Capitao, Arthur Einax, Jasmin Esche, Lars Fischer Ann-Theres Freitag, Fabian Hannich, Alina Marie Hernandez Rohde, Susanna Islami, Angelika Jäger-Calzante, Jannik Klein, Jendrik Klostermeier Isabell König, Michelle Lasar, Ira Liese, Theresa Longo, Annika Möseler, Nadine dos Santos Niehoff, Agatina Olivieri, David Sax, Fabienne Schmidt, Hanna Schulz, Lorena Söhngen,

Klasse 12FOS2 (Klassenleitung: Herr Gedig) Annnika Braxein, Ylenia Ciervo, Mareike Gemmeke, Celine Goetze, Sophie Kathleen Hannemann, Saskia Happe, Verena Hecker, Doreen Horstmann, Jennifer Kimm, Julia Laier, Allesandro Marini, Patrik Jens Nagelski, Kristina Ril, Laura Ritter, Alexandra Rommelfanger, Sina Scholz, Lisa Schreiber, Sarah Schulte, Sarah Schuster, Kristina Seifert, Marie Seul, Svenja Skroblin, Jessica Stone, NIna Waiz, Tobias Ziegler, Madeleine Zirankewitsch

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