Neue Trommelgruppe in Marienhagen sorgt für Samba-Rhythmen

Dann bebt das Trommelfell

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„Onda do Samba“: Eine Sambawelle starten Trommler jeden Dienstag im Treffpunkt in Marienhagen. Sie suchen noch Mitstreiter. Jeder ist willkommen. Im Spätsommer will die Gruppe zum ersten Mal vor Publikum auftreten.Fotos: Demski

Vöhl-Marienhagen - Caixa, Dobras und Repis: Was wie seltene Wüstentiere klingt, sorgt einmal in der Woche im Treffpunkt Marienhagen für Samba-Rhythmen. Trommeln. „Diese Instrumente machen frei“, behaupten die Trommler. Und wer ihnen zusieht, glaubt es.

Wer sich Dienstagsabends als Besucher in den Marienhagener Treffpunkt schleicht, bekommt Kopfhörer in die Hand gedrückt. Sofort. Und auch trotz der Bekundung, das sei nicht nötig. Ist es aber doch. Denn wenn die 16 Trommler unter der Regie von „Lemmy Lehmann“ loslegen, dann bebt der Raum und der dumpfe Schlag schleicht durch den Körper. „Ihr müsst die Musik fühlen“, ruft Lemmy und selbst der Zuhörer weiß, wie er das meint. Diese Musik lässt sich fühlen.

Genau das haben sich die Männer und Frauen aus Marienhagen, Sachsenhausen oder auch Meineringhausen gewünscht, als sie im vergangenen Jahr einen Workshop mit Lemmy Lehmann besuchten. „Ich hatte beim Altstadt- und Kulturfest in Korbach die Sambagruppe erlebt“, erzählt Ute Kreten, „als bei uns in Marienhagen dann der Kurs mit dem großen Lemmy angekündigt wurde, bin ich natürlich hin“. Das geht fast allen Gruppenmitgliedern so. Und weil es ihnen damals gefiel, beschlossen sie gemeinsam mit eben jenem „Lemmy“ Lehmann eine Gruppe zu gründen - Onda do Samba (Die Welle des Sambas).

„Lemmy“ Lehmann hat sich längst als Experte einen Namen gemacht - beim Samba-Festival in Wildungen und über die Grenzen des Landkreises hinaus. Und seine Philosophie gefällt: „Es gibt keine Menschen, die kein Rhythmusgefühl haben“, sagt er, „jeder kann das lernen“. Deswegen ist eben auch wirklich jeder in der Gruppe willkommen. „Der eine muss mehr üben, der andere weniger“, sagt „Lemmy“ Lehmann. Frech und witzig motiviert er seine Trommler, dirigiert sie durch leichte und schwere Rhythmen, durch bewegungsreiche Breaks und durch wirkungsvolle Pausen.

Aus der hintersten Reihe klingt der Fundus - die größte unter den Trommeln. Mit großen Fell-Klöppeln bringen die beiden Trommlerinnen die Instrumente in Bewegung. Dazu gesellt sich die kleine, fast helle Caixa, die sich ebenso wie die Repi deutlich abhebt. Die beiden Timbas geben dumpf vom Rand ihren musikalischen Senf dazu und dann stimmt die Mehrheit der Dobras ein. „Laut, leise, leise, laut“, spricht „Lemmy“ Lehmann laut mit. Dann schaltet er plötzlich das Licht aus, die Gruppe steht im Stockdunkeln - und trommelt weiter. „Nur noch hören und auf den Rhythmus konzentrieren“, sagt der Vor-Trommler. Und das funktioniert. Hier und da macht „Lemmy“ Lehmann es vor, wenn es beim Trommeln hakt.

Die größte Herausforderung? „Bewegungen und Musik unter einen Hut zu bekommen“, sagt Ilse Stadtler. Am Anfang sei das fast unmöglich erschienen. „Aber wir sind auf einem guten Weg“, sagt „Lemmy“ Lehmann schmunzelnd. Zuhause üben die Teilnehmer auf Pads, um für die Probe am Dienstagabend gerüstet zu sein, wenn sie sich die großen Instrumente umschnallen. „Andere gehen ins Fitnessstudio“, sagt Silvia Naumann schmunzelnd, „wir zur Probe“. Hier spielen sich die Frauen und Männer den Kopf frei. „Man muss sich so konzentrieren, dass man alles andere vergisst“, erzählt Gabi Müller, „und dann macht Trommeln frei“.

Jeder ist in der Sambagruppe herzlich willkommen: Proben für Anfänger finden jeden Mittwoch um 18.30 Uhr im Treffpunkt in Marienhagen statt, um 19.30 Uhr kommen dann die Fortgeschrittenen dazu. Gemeinsam wird bis gegen 22 Uhr getrommelt. Infos gibt es bei „Lemmy“ Lehmann unter Telefon 0172/1073 411.

Von Theresa Demski

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