Gewinner des Wettbewerbs „Jugendliche erkunden unsere Geschichte“ werden im Museum ausgezeichnet

„Das sollte uns zu denken geben“

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Die Gewinner des Wettbewerbs „Jugendliche erkunden unsere Geschichte“, den der Waldeckische Geschichtsverein ausgeschrieben hatte, erhielten am Donnerstagabend im Korbacher Museum ihre Auszeichnungen.

Korbach - Die Bandbreite der Themen reichte vom Mittelalter bis zur Sperrmauer: Fünf Teams nahmen am Wettbewerb „Jugendliche erkunden unsere Geschichte“ teil. Am Donnerstagabend wurden die Gewinner ausgezeichnet.

Sie forschten in alten Büchern, Schriften und im Internet, sprachen mit Zeitzeugen und Experten: Am Ende reichten die Jugendlichen ihre Arbeiten beim Waldeckischen Geschichtsverein ein. Der hatte zur Teilnahme an einem Wettbewerb eingeladen, der mit insgesamt 700 Euro dotiert war. „Nicht nur in Rom oder Berlin, sondern auch im Waldecker Land wurde Geschichte geschrieben“, erklärte Britta Hein am Donnerstagabend bei der Preisverleihung im Museum, „und wir müssen die Jugendlichen für diese Geschichte begeistern, um sie lebendig zu halten“.

„An Menschen erinnern“

Fünf Teams hatten sich begeistern lassen. Am Ende überzeugten vor allem Jannik Günther (17), Tom Kuzyna (19) und Dominik Lerch (17) die Jury. Sie hatten sich des Themas „Judenverfolgung während der nationalsozialistischen Zeit im Raum Korbach“ gewidmet. „An die Schicksale der vielen Opfer sollte gedacht werden“, begründeten die drei Schüler der Alten Landesschule ihre Themenwahl, „sie sollten unsere Zukunft prägen“.

Und so hatten sie eine Bildpräsentation samt Vortrag eingereicht, der nicht nur Daten und Zahlen in den Blick nahm, sondern vor allem Einzelschicksale. „Das war nicht weit weg, sondern auch hier direkt in unserer Region“, erinnerten die Schüler. Nur sieben Korbacher jüdischen Glaubens seien nach dem Krieg in ihre Heimatstadt zurückkehrt, die anderen seien geflohen oder ermordet worden. „Das sollte uns für immer zu denken geben“, befanden die Schüler.

Vorträge und Bilder

Themen quer durch die Geschichte hatten sich die anderen Teams ausgesucht: Amanda-Bettina Konn-Vetterlein hatte sich mit der Entwicklung Berichs und Neu-Berichs auseinandergesetzt und dafür den zweiten Preis bekommen. Den teilte sie sich mit Luisa Bethke und Alina Fischer von der ALS, die ihren Vortrag zur Zerstörung der Sperrmauer am Donnerstagabend ebenso präsentierten wie die anderen Preisträger.

Den dritten Platz teilte sich die Klasse R9a der MPS Sachsenhausen, die sich das Thema „100 Jahre Edersee“ ausgesucht hatte und Victoria Collins und Pia Lammers (ALS). Die beiden Mädchen referierten über das Thema „Korbach im Mittelalter.

Alle Vorträge wurden von einer aufwendigen Bildpräsentation begleitet, deren Entstehung die Schüler in Archive und Museen geführt hatte.

Für ihren Einsatz wurden die Jugendlichen mit Preisen belohnt: Der erste Platz war mit 200 Euro dotiert, die zweiten Plätze mit 150 Euro und die dritten Plätze mit 100 Euro. (resa)

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