Stadt Korbach schließt 2011 mit einem Minus von 2,36 Millionen Euro ab

Defizit kleiner als befürchtet

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Aus dem Vollen schöpfen kann die Stadt Korbach noch immer nicht, doch sprudelnde Steuereinnahmen sorgten dafür, dass das Defizit 2011 geringer als erwartet ausfiel.Archivfoto: Sven Hoppe

Korbach - Das Loch im Stadtsäckel wird kleiner: Sprudelnde Steuereinnahmen haben dafür gesorgt, dass Korbach das Jahr 2011 besser als befürchtet beendet.

Die Stadt Korbach schließt das Jahr 2011 deutlich besser als erwartet ab. Gerechnet hatten Bürgermeister Klaus Friedrich und Kämmerer Ralf Buchloh mit einem Defizit von 6,6 Millionen Euro. Tatsächlich ist das Minus aber um 4,25 Millionen Euro kleiner.

Einnahmen und Ausgaben miteinander verrechnet, ergibt ein Minus von 2,36 Millionen Euro, das die Stadt am Ende des Jahres in den Büchern stehen hatte. Girokonto nicht überzogen Das für 2014 im Haushaltssicherungskonzept angepeilte Etappenziel – ein ausgeglichener Cashflow aus laufender Verwaltungstätigkeit – ist bereits in 2011 erreicht, vermeldete die Stadt im Haupt- und Finanzausschuss.

Das bedeutet: Korbach musste im vergangenen Jahr das Girokonto nicht überziehen – also keine „Kassenkredite“ in Anspruch nehmen, um zahlungsfähig zu bleiben. „Das ist erfreulich“, bilanzierte Buchloh im schriftlich vorgelegten Bericht zur Haushaltslage. Das beschlossene Konsolidierungsprogramm zeige Wirkung. Verantwortlich für die vergleichsweise rosige Lage ist aber in erster Linie die überraschend gute Konjunktur, die für sprudelnde Steuereinnahmen gesorgt hat. Insbesondere ein sattes Plus von 3,4 Millionen Euro bei der Gewerbesteuer gegenüber dem Haushaltsansatz trägt dazu bei. Erwartet hatte die Stadt hier Einnahmen von sieben Millionen Euro, tatsächlich sind 10,4 Millionen Euro ins Stadtsäckel geflossen. Guter Arbeitsmarkt hilft Die gute Lage am Arbeitsmarkt im Landkreis Waldeck-Frankenberg wirkte sich auf den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer aus. Die Mehreinnahmen liegen hier bei rund 55.000 Euro. Gleichzeitig hat die Verwaltung bei Personalkosten, Sach- und Dienstleistungen rund 235.000 Euro gespart. Der Ausblick auf das laufende Jahr fällt bislang positiv aus: „Die Steuern fließen bisher wie erwartet“, erklärte Buchloh.

Der Kämmerer hofft auf ein leichtes Plus bei der Einkommensteuer. Im Haushalt für 2012 sind 7,1 Millionen Euro Einkommensteuer und neun Millionen Euro Gewerbesteuer eingeplant. Nach wie vor sei aber mit einem Defizit von 5,77 Millionen im Ergebnishaushalt zu rechnen.

Die Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen lagen zum Jahresanfang bei 25,6 Millionen Euro, zum Jahresende werden sie voraussichtlich bei 23,1 Millionen Euro liegen. Das kurzfristige Ziel für 2012 sei, Kassenkredite so lange wie möglich hinauszuzögern oder möglicherweise ganz zu vermeiden, so Buchloh. Entscheidend dafür sei insbesondere, wie sich die Gewerbesteuer entwickele.??Noch nicht klar sei, ob die Stadt steigende Personalkosten auffangen könne. Der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst sieht rückwirkend zum 1. März eine Gehaltssteigerung von 3,5 Prozent vor. Kalkuliert hatte die Verwaltung mit drei Prozent.(lb)

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