Tagung mit Corona-Regeln in der Berndorfer Mehrzweckhalle

Synode des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg beschließt Haushalte für 2020 und 2021

Abstimmung: Obwohl es bei der Synode des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg in der Berndorfer Mehrzweckhalle erlaubt war, an den Sitzplätzen die Mund-Nasen-Bedeckung abzulegen, trugen die meisten Synodalen die Masken während der gesamten Sitzung.
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Abstimmung: Obwohl es bei der Synode des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg in der Berndorfer Mehrzweckhalle erlaubt war, an den Sitzplätzen die Mund-Nasen-Bedeckung abzulegen, trugen die meisten Synodalen die Masken während der gesamten Sitzung.

Unter strenger Einhaltung der Corona-Regeln hat am Samstag das Parlament des Kirchenkreises Twiste-Eisenberg, die Kreissynode, in der Mehrzweckhalle in Berndorf getagt. Inhaltlich stand vor allem der Haushaltsplan für das laufende und kommende Jahr auf der Tagesordnung.

Sie sei geschockt von den steigenden Infektionszahlen auch in Waldeck-Frankenberg, sagte die im Januar neu gewählte Vorsitzende (Präses) Martina Steuber zu Beginn der Sitzung. Die Halle in Berndorf biete jedoch alle Möglichkeiten, die Synode im zulässigen Rahmen abzuhalten und damit die Mitglieder auch keinen unnötigen Risiken auszusetzen. So war das Betreten der Halle nur nach Hände-Desinfektion und mit Mund-Nasen-Bedeckung gestattet, die Stühle waren in weitem Abstand gestellt, es standen lediglich kalte Getränke aus verschlossenen Flaschen bereit, ein Imbiss war in Tüten verpackt, die Halle dauerhaft gelüftet.

Martina Steuber gab zum Auftakt Worte des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier wieder, wonach die Demokratie der Pandemie nicht weichen dürfe. Die Synode, sagte die Vorsitzende, sei ein „Zeichen für Demokratie in der Kirche.“ Außerdem habe man wichtige Beschlüsse zu fassen, so müsse der Haushalt für 2020 und 2021 verabschiedet werden.

Dekanin dankt bei der Kreissynode Kindertagesstätten

Von den rund 100 stimmberechtigen Synodalen waren am Samstag 60 anwesend, damit war das Gremium beschlussfähig. Der Synode gehören kraft Amtes sämtliche Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis ebenso wie Dekanin Eva Brinke-Kriebel an, außerdem entsenden die Kirchenvorstände der einzelnen Gemeinden je zwei Mitglieder pro Pfarrstelle. Das Gremium ist, verglichen mit der Politik, das Parlament des Kirchenkreises. Die Dekanin hatte vor der Sitzung einen schriftlichen Bericht aus dem Kirchenkreisvorstand an die Synodalen verschickt. Darin blickte sie unter anderem auf den Besuch von Bischöfin Dr. Beate Hofmann im Kirchenkreis und die Gottesdienste zum 20-jährigen Bestehen der Notfallseelsorge im Landkreis zurück, diese war vor allem nach der Auto-Attacke beim Karnevalsumzug in Volkmarsen sehr gefragt.

Weiteres Thema waren die Einschränkungen während des Corona-Lockdowns und die daraus erwachsenen Angebote der Kirchen wie Gottesdienste in der Tüte, Video- und Telefon-Andachten und vieles mehr. Dank richtete die Dekanin an die Kindertagesstätten für deren professionelles Handeln unter ständig wechselnden Rahmenbedingungen. Brinke-Kriebel ging auch auf personelle Veränderungen ein: So übernahm Winfried Schiel in Personalunion die Stelle des Diakoniepfarrers und des Geschäftsführers beim Diakonischen Werk. Neu sind auch Jugendarbeiterin Katrin Petereit, die im Altkirchenkreis Twiste tätig ist, und Sascha Pfannstiel als Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis.

Nach dem Wechsel von Pfarrerin Anne-Rieke Palmié nach Kassel ist die Pfarrstelle in Külte-Schmillinghausen voraussichtlich noch längere Zeit vakant. Eine weitere Vakanz steht laut Dekanin im Kirchspiel Sachsenberg an, Pfarrer Friedemann Graß wechselt in den Kirchenkreis Kirchhain. Der Leiter des Kirchenkreisamtes, Bernd Merhof, stellte den Synodalen den Haushalt für dieses und nächstes Jahr vor. In beiden Haushaltsjahren verbucht der Kirchenkreis dem Zahlenwerk zufolge Einnahmen von je rund drei Millionen Euro, überwiegend aus Zuweisungen der Landeskirche, hauptsächlich also Kirchensteuern.

Kreissynode stimmt für Haushaltsentwürfe

Der Kirchenkreis gibt in beiden Jahren laut Haushaltsentwurf auch jeweils rund drei Millionen Euro aus. Mehr als zwei Drittel davon fließen an die Kirchengemeinden und Gesamtverbände. Jeweils mehr als eine halbe Million Euro muss der Kirchenkreis in den beiden Haushaltsjahren an Personalkosten für die eigenen Mitarbeitenden aufwenden. Um die beiden Haushalte auszugleichen, muss der Kirchenkreis in diesem Jahr rund 22 000 Euro und im kommenden rund 31 000 Euro aus Rücklagen entnehmen. Den aktuellen Stand der Rücklagen bezifferte Merhof mit rund 2,3 Millionen Euro, die weitestgehend zweckbestimmt sind, vor allem für die kirchlichen Gebäude. Die Synode nahm das Zahlenwerk bei einer Enthaltung an. Zuvor waren bereits die Abschlüsse für die Jahre 2015 bis 2017 beschlossen worden.

Um Finanzen ging es auch in einem Antrag, den Dekanin Eva Brinke-Kriebel einbrachte. Sie erklärte den Synodalen, dass Vakanzen, also nicht besetzte Pfarrstellen, immer häufiger und länger andauern würden. Dem Antrag zufolge sollen die Personalkosten nicht mehr von der Landeskirche eingespart, sondern dem Kirchenkreis zur Verfügung gestellt werden. Von diesem Geld könnten zum Beispiel Gemeindereferenten in der Jugend- oder Erwachsenenbildung finanziert werden. Es gehe um mehr Handlungsspielraum und Flexibilität vor Ort, wovon die Menschen in den einzelnen Gemeinden profitierten. „Wir brauchen Leute vor Ort“, machte auch die Volkmarser Pfarrerin Britta Holk deutlich. Der Antrag stieß auf breite Zustimmung, allerdings soll noch deutlicher formuliert werden, wo genau das Geld der Landeskirche verwendet wird. Ob es aber überhaupt fließt, steht noch nicht fest. Zunächst muss sich die Landessynode mit dem Antrag befassen.

Von Sascha Pfannstiel

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