Vöhl

Denkmalschutz mit Mehrwert

- Vöhl (ahi). Die erste Initiative zur Rettung des einzigen verbliebenen Türmchens des Vöhler Schlosses ist gut angekommen.

Dank herrlichem Wetter und einem abwechslungsreichen Angebot kamen mehr Vöhler als zum traditionellen Schlossparkfest und die meisten blieben auch länger mit erfreulichen Auswirkungen auf das Ziel: möglichst viel Geld zum Erhalt des Türmchens sammeln. „Der Mittelalterliche Markt war ein voller Erfolg“, lautete denn auch die Bilanz von Initiator Karl-Heinz Stadtler, der die ganze Zeit im historischen Kostüm präsent war und sich dabei über viele spontan gegebene Spenden freute. Das kulinarische Angebot mit etlichen mittelalterlichen Anklängen war nur ein Grund, es sich länger als sonst bei Tische gut gehen zu lassen. Beim reichhaltigen musikalischen Programm kam auch keine Langeweile auf, zumal die Bänkelsänger um Hermann Heinze die Nähe zu den Tischen suchten. Festeren Untergrund und eine große Bühne brauchte dagegen das Quadrille-Ensemble aus der französischen Partner-Gemeinde Mouschard. Die „Mouscardians“ zeigten nicht nur die französischen Originale, sondern auch die amerikanischen Varianten, eine Polka aus derselben Ära rundete die Vorführung ab. Dass ihre Vorführungen das Mittelalter schon ein paar Jahrhunderte hinter sich gelassen hatten, störte die Zuschauer herzlich wenig. Noch mehr Gedränge vor der Performance-Plattform herrschte nur beim Auftritt des Kindergartens, der mit dem Dornröschen-Singspiel seinen ersten Beitrag zum Thema leistete und mit dem Lied „Wer will fröhliche Handwerker sehen“ in Sachen Türmchenaufbau munter nachlegte. Stände mit historischem Handwerk und Handarbeiten in allen Spielarten säumten den Weg über das Gelände, als spektakulärer Blickfang erwies sich dabei das Zelt der Gemeinschaft „Strack duer“, vor dem Kettenhemden im Stil des Mittelalters gefertigt wurden. Auch Matthias Fichtner betreute seinen Stand mit Lederwaren im Ritterkostüm. Als Burgfräulein gewandet führte Margit Voigtländer die Kunst des Plättchenwebens vor. Mit dieser Methode entstanden auch das Band auf ihrem Kopf und der Gürtel, der ihr Gewand zusammenhielt. In stilechtem Outfit töpferte Silvia Denner ein paar Meter weiter, auch die Jugendlichen am Mäuselotto-Stand trugen im ritterlichen Gewand zur Unterhaltung der Besucher und zur Steigerung des Erlöses zugunsten des Türmchens bei. Das endgültige Ergebnis kennt nicht einmal Karl-Heinz Stadtler, da noch nicht alle Stände ihre Abrechnung vorgelegt haben. Aber die Perspektiven zum Erhalt des Türmchens sind eindeutig: „Realistisch gesehen kann die Restaurierung angegangen werden, auch wenn wir im nächsten Jahr noch die eine oder andere Aktion starten müssen.“ Eine Neuauflage des Mittelalterlichen Markts in Verbindung mit dem Schlossparkfest ist bereits angedacht.

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