Kinderkirchentag der Kirchspiele Berndorf, Heringhausen, Flechtdorf und Adorf

„Der Schein trügt, Gott sieht in die Herzen“

Mit gemeinsamem Gesang begann am Pfingstsamstag der Kinderkirchentag im Adorfer Gemeindehaus. Astrid Behle vom Vorbereitungsteam begleitete die Teilnehmer auf der Gitarre. Foto: Schilling

Diemelsee-Adorf - Mehr als 30 Jungen und Mädchen aus Diemelsee und Twistetal hatten viel Spaß bei abwechslungsreichem Nachmittag.

In einer Kekspackung stecken Papiere, in der Teebeutelschachtel ein Kartenspiel, im Joghurtbecker Nudeln und in der Bonbondose Geldmünzen - die Kinder merkten gleich: Da stimmt doch was nicht. Eben: „Der Schein trügt“, rief Pfarrerin Martina Tirre in die Runde. „Doch Gott sieht tiefer.“ Das war am Pfingstsamstag das Thema des Kinderkirchentages im Gemeindehaus. Wer schon einmal teilgenommen hatte, kannte auch die Abkürzung: „Kikita“, schallte es im Chor durch den Saal.

Mit Applaus begrüßten die Kinder die Teilnehmer aus jedem der vier evangelischen Kirchspiele Berndorf, Heringhausen, Flechtdorf und Adorf, die schon lange einen Kirchenbezirk bilden. Und schon im 21. Jahr gibt es die Kinderkirchentage. Immer zu Pfingsten organisiere ein acht- bis zehnköpfiges Team den Tag für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren, berichtet die Teamleiterin Astrid Behle. Diesmal hatten Kindergottesdienst-Helferinnen aus Adorf und Sudeck mit Unterstützung von Eltern das Programm vorbereitet. Sie stimmten sich eng mit dem Adorfer Pfarrer-Ehepaar Martina Tirre und Sascha Biehn-Tirre ab.

Die Pfarrerin zündete eine Kerze an, so wie es die Kinder von Geburtstagsfesten kennen.Denn der Geburtstagsbrauch passe ja auch zu Pfingsten: „Das ist der Geburtstag der christlichen Kirche“, erklärte Laura. Und Maximilian wusste: „Da ist die erste Kirche erschaffen worden.“ Die Kinder kennen die Geschichten aus dem Neuen Testament der Bibel: der Kreuzestod Jesu an Karfreitag, die Auferstehung an Ostern - und dann das große Erlebnis für Jesu Anhänger, das an Pfingsten gefeiert wird: Der „Geist Gottes“ habe die Jünger froh gemacht und sie bewogen, allen Menschen von Jesus zu erzählen, berichtete Astrid Behle.

Astrid Figge vom Vorbereitungsteam leitete aufs Thema des Tages über, indem sie die Schachteln mit dem vertauschten Inhalt verteilte - denn „der Schein trügt“. Dass „Gott tiefer sieht“, verdeutlichte Pfarrerin Tirre mit einer Geschichte aus dem Alten Testament über die Salbung Davids zum König:

Samuel salbt David

Gott habe den Propheten Samuel aufgerufen, den Sohn des Isais in Bethlehem zu salben, erzählte die Pfarrerin und zeigte einige Bilder dazu. Samuel tat wie geheißen, nur: Der gute Isais hatte acht Söhne. Er ließ die sieben ältesten kommen, allesamt stattlich Männer. Doch Gott habe sie abgelehnt. Und das achte Kind? Och, das sei ein Taugenichts, es hüte die Schafe, habe Isais gesagt. Doch ausgerechnet diesen Jungen habe Gott auserkoren, König Israels zu werden - der Legende nach wurde er ein großer Herrscher. Fazit der Seelsorgerin: „Wir sehen nur die Verpackung, aber Gott sieht, was in seinem Herzen ist und was in ihm steckt.“

Fünf Spielstationen

Astrid Behle begleitete die Kinder und Eltern beim Gesang auf der Gitarre. Ein Gebet sprach Brigitte Emde vom Vorbereitungsteam, dann teilten sich die Kinder in Gruppen auf, die nacheinander fünf Spielstationen im Gemeindehaus zum Thema „Schein“ aufsuchten.

l In drei „Fühlkisten“ sollten die Kinder erst beschreiben und dann erraten, was sie mit der Hand ertasten konnten - von einer kleinen Haarbürste bis zur Barbie-Puppe.

l In einem Raum durften sich die Kinder verkleiden, ob als Boxer, Cowboy oder Prinzessin. Auch das Schminken kam an.

Im nächsten Raum gestalteten die Kinder auf kleinen Holzscheiben bunte Herzen, denn Gott sehe ja ins Herz. Die Kleineren schufen Kratzbilder mit Wachsmalfarben.

In einem Raum gab es verschiedene Spiele, ob „Blinde Kuh“ oder Pantomime.

Bei einem Quiz war ein Lückentext über Samuel und David auszufüllen, den fehlenden Buchstaben waren Zahlen zugeordnet, so ließ sich die Lösung leicht herausfinden.

Außerdem gab es Kuchen, Obst, Gemüse und verschiedene Getränke zur Stärkung. Nachdem alle Stationen durchlaufen waren, kamen alle Kinder wieder im Saal zusammen. Pfarrerin Tirre fasste das Erlebte und Gelernte noch einmal zusammen. Und mit einem gemeinsam gesungenen Lied ging ein abwechslungs- und lehrreicher Nachmittag nach etwa zweieinhalb Stunden zu Ende. Von Dr. Karl Schilling

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