Willingen:

Deutscher Wandertag ist eine Großveranstaltung mit fast familiärem Charakter

- Willingen (bk). Die Veranstaltung hat durchaus etwas Familiäres. Man kennt sich von früheren Wandertagen, und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Das gemeinsame Hobby verbindet: Wandern, am liebsten im Verein; die Natur genießen; hinterher die Geselligkeit mit alten und neuen Freunden pflegen.

Unter den Gästen sind viele Frohnaturen. Als die Willinger Kurkapelle DJ Ötzis Hits anstimmt, gibt's kein Halten mehr: „Und dann die Hände zu Himmel...“ Wanderer bestimmen seit Tagen das Geschehen im Ort. Sie sind auf den ersten Blick zu erkennen: Kernige Typen, meistens jenseits der 60, stramme Waden, Wander- oder Walkingstock. Kniebundhosen sind „in“, karierte Hemden nach wie vor gefragt und manch einer trägt einen Hut, der vor Wanderabzeichen kaum noch zu sehen ist. Sie sind stolz auf ihre Wimpel und viele Wandervereine schon auf den ersten Blick zu erkennen am einheitlichen grünen, orangefarbenen oder gelben Schultertuch der Mitglieder. Sie haben bewundernswerte Energie und halten auch bei ausgedehnten und anstrengenden Touren, die zumindest einige bis an den Rand ihrer Kräfte fordern, tapfer durch. Die große deutsche Wanderfamilie ist im Upland herzlich willkommen. Urteil eines Polizeibeamten: „So ein Publikum würden wir uns in Willingen immer wünschen.“ Hessens Ministerpräsident Roland Koch hatte den Deutschen Wandertag am Donnerstagabend eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Auszeichnung der ersten 39 Gesundheitswanderführer. Gesundheit ist eines der großen Themen des Deutschen Wanderverbands, der als Dachverband der Gebirgs- und Wandervereine bereits 1883 gegründet wurde. In 58 regionalen Mitgliedsvereinen mit mehr als 3000 örtlichen Gruppen sind rund 600 000 Mitglieder organisiert. Einer der regionalen Vereine ist der Hessisch-Waldeckische Gebirgs- und Heimatverein (HWGHV), der 1978 schon einmal einen Deutschen Wandertag ausrichtete (damals in Kassel). Er hat 46 Zweigvereine, darunter den rührigen Upländer Gebirgsverein. Die Wanderführer des Deutschen Wanderverbands führen jährlich mehr als 110 000 Wanderungen mit über zwei Millionen Teilnehmern durch. Dabei werden rund 1,8 Millionen Kilometer zurückgelegt. Das von den Vereinen betreute Wegenetz umfasst gut 200 000 Kilometer; rund 20 000 Wegewarte übernehmen die Markierung der Wege. Die von den Wanderführern und Wegewarten erbrachten ehrenamtlichen Leistungen haben einen Wert von etwa 13 Millionen Euro pro Jahr.In den Deutschen Wanderverband ist die 1952 gegründete Deutsche Wanderjugend mit rund 100 000 Mitgliedern (bis 27 Jahre) integriert. Der DWV gehört zur Europäischen Wandervereinigung, die in 27 Staaten mit 54 Wanderorganisationen und rund fünf Millionen Mitgliedern vertreten ist.

Eine Bildergalerie zum Auftakt des Deutschen Wandertags finden Sie hier.

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