„Babyblau ist nur als Farbe schön“

Diakonie: Projekt verdeutlicht, wie gefährlich Alkohol in der Schwangerschaft ist

Thomas Hillebrand, Katharina Dankwort und Ulrike Ritter (von links) vom Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg.
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Sie informierten: Thomas Hillebrand, Katharina Dankwort und Ulrike Ritter (von links) vom Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg.

Mehr als 10000 Kinder werden jährlich in Deutschland mit einer Fetalen Alkoholspektrum-Störung (FASD) geboren. Damit zählt FASD zu den häufigsten angeborenen Behinderungen. Eine Ursache ist der mütterliche Alkoholkonsum während der Schwangerschaft.

Aus diesem Grund informierte die Sozialpädagogin Ulrike Ritter vom Diakonischen Werk, zusammen mit ihren Kollegen Katharina Dankwort und Thomas Hillebrand, beim Korbacher Mittwochsmarkt in der Fußgängerzone. Laut Ritter werden im Landkreis etwa 20 Kinder im Jahr mit FASD geboren. „Auf das Thema muss aufmerksam gemacht werden“, betonte sie.

Dieser Termin wurde dabei ganz bewusst gewählt, denn am 9. September ist der Tag des alkoholgeschädigten Kindes. Das Team der Diakonie bot am eigenen Stand, neben Gesprächen und vielen Informationen, auch ein Quiz an. Zudem wurden beispielsweise auch Ballons mit Botschaften in der Stadt verteilt, die zum Nachdenken anregen sollten.

Die Aktion „Babyblau ist nur als Farbe schön“, die zum Projekt „Hart am Limit“ gehört, soll jedoch noch einer breiteren Masse bekannt gemacht werden. „Wir wollen damit auch die ältere Schülerschaft aufklären“, sagte Ritter. Deshalb arbeiten sie zurzeit an einem neuen Konzept. Sie fügte hinzu: „Um die Jugendlichen zu erreichen, müssen wir neue Medien nutzen.“

„HaLT“: Eine Suchthilfe

Das Projekt „Hart am Limit“ wird im Landkreis von dem Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg durchgeführt und richtet sich an Jugendliche, die mit einem übermäßigen Alkoholkonsum zu kämpfen haben. Von der Diakonie erhalten sie Unterstützung. Nach einem Erstgespräch wird im Risiko-Check Wissen zum Thema Alkohol vermittelt und zur Reflexion angeregt. Das soll zu einer besseren Selbsteinschätzung verhelfen. (red)

Einen Anfang machte das Team bereits beim Wochenmarkt. Dort hatten Passanten die Möglichkeit, mit ihrem Smartphone einen QR-Code einzuscannen, um sich einen 90 Sekunden langen Informationsfilm anzuschauen. Dieser führte in das Thema ein, dessen Ziel es ist, Schwangere zu sensibilisieren.

Werdende Mütter sollten vollständig auf Alkohol verzichten. Das Ungeborene würde nämlich über die Nabelschnur nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern auch Gifte empfangen. Eines dieser Gifte ist Alkohol. Dieser Appell richtet sich jedoch nicht nur an die Frauen, sondern auch an ihre Partner. So sei es wichtig, dass der Mann die Schwangere unterstützt und ebenfalls auf Alkohol verzichtet.

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