560 Ältere besuchen Seniorennachmittag der Stadt Korbach · Sechs Gäste aus Jahrgang 1920 oder früher

„Die besonderen Momente suchen“

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Ute Ehringhausen (Leiterin des Sozial- und Kulturamts), Bürgermeister Klaus Friedrich, Dekanin Eva Brinke-Kriebel, Domkapitular Gisbert Wisse, Stadtverordnetenvorsteherin Lieselotte Hiller und „Goldmarie“ Corinna Behle (hinten, v.l.n.r.) ehrten die ältesten Besucher des Seniorennachmittags: Fritz Kesting (92 Jahre), Irmgard Dörr, Ilse Münch, Elisabeth Schulz (je 93 Jahre), Barbara Erdmann (96 Jahre) und Emma Rösch (93 Jahre; vorne, v.l.n.r.).

Korbach. - Der Seniorennachmittag bot Unterhaltung und Zeit für Gespräche, stand aber auch im Zeichen des Buß- und Bettages.

Elf Prozent der Korbacher Bürger sind 75 Jahre oder älter. Um diesen 2700 Menschen Anerkennung zu zollen und Unterhaltung zu bieten, richtet die Stadt jedes Jahr einen Seniorennachmittag aus.

560 dieser Damen und Herren trafen sich gestern in der Stadthalle. Ohne einen kleinen Planungsfehler hätten es vielleicht noch mehr werden können: Aus Versehen wurde der Seniorennachmittag auf den Buß- und Bettag gelegt. „Der bietet natürlich auch andere Veranstaltungen, welche die Leute besuchen möchten“, entschuldigte sich Bürgermeister Klaus Friedrich für die Panne.

Den Senioren, die aus allen Korbacher Ortsteilen gekommen waren, bot sich ein Nachmittag mit buntem Programm und Zeit zum Reden. Nachdem das Deutsche Rote Kreuz mehr als ein Vierteljahrhundert lang Kaffee und Kuchen serviert hatte, bedienten gestern zum ersten Mal die Korbacher Landfrauen die Älteren. Für die Musik im Hintergrund sorgte der Alleinunterhalter Ferdinand Hirsch, später stiegen der Mundharmonikaspieler Horst Sude und die Strother Tanzmädels auf die Bühne.

„Sie haben Ihr Leben auf individuelle Weise gemeistert und Leistung erbracht“, lobte der Bürgermeister die Gäste, auch wenn die Jungen dies oft vergäßen. Der Nachmittag sei ein Zeichen der Dankbarkeit für ihre Mitgestaltung Korbachs.

Auch Dekanin Eva Brinke-Kriebel begrüßte die Gäste: „Ich bringen Ihnen den Buß- und Bettag mit, es kann ja nicht jeder in die Kirche kommen“, schmunzelte sie. Das diesjährige Motto des Feiertages, „Wann lebst du?“, sei vor allem eine Frage nach dem Umgang mit der Zeit, welche die Menschen geschenkt bekämen. „Jeder hat es selbst in der Hand, ob er diese Zeit lieber mit Gelassenheit oder Hektik verbringt“, erklärte sie. Umso glücklicher sei sie, dass am Seniorennachmittag so viele Menschen ihre Zeit nutzten, um zusammen nach besonderen Momenten zu suchen.

Besonders geehrt wurden die ältesten Gäste des Nachmittags, allen voran Barbara Erdmann mit 96 Jahren. Elisabeth Schulz, Ilse Münch, Irmgard Dörr und Emma Rösch kamen auf 93 Jahre. Fritz Kesting aus Meineringhausen hat in weniger als einem Monat seinen 93. Geburtstag und wurde ebenfalls ausgezeichnet. „Wir müssen ja schließlich die Männerquote erfüllen“, scherzte Ute Ehringhausen, Leiterin des Sozial- und Kulturamtes.

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