TC Korbach feiert 60. Geburtstag

„Die schönste Tennisanlage Nordhessens“

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Festakt zum runden Geburtstag: (v.l.) 2. Vorsitzender Jürgen Burow, Tenniskreisvorsitzender Karl Friedrich Emde, 2. Vorsitzender Wilfried Görgl, Schatzmeister Walter Meier, der Vorsitzende des TSC Korbach, Peter Fuchs, Jugendwartin Jin Keudel, Jugendwartin Eva Maria Zürker, Sportkreisvorsitzender Uwe Steuber, der Vorsitzende desTC 1948 Twistetal, Siegfried Becker, der Vorsitzende des TC Korbach, Ronald Gutberlett, und der Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich. Fotos: Mechthild Röhrig-Weking

Korbach - In Würde gealtert und doch jung geblieben: Bei strahlendem Sonnenschein und mit Sekt feierte der Tennisclub Korbach seinem 60. Geburtstag.

Anlässlich der Jubiläumsfeier zum 60-jährigem Bestehen des Tennisclubs Korbach begrüßte Vorsitzender Ronald Gutberlett die zahlreichen geladenen Gäste und Clubmitglieder. Gern hätte er auch Gründungsmitglied Kurt Schaller, mittlerweile 90 Jahre alt, begrüßt, aber Schaller war aus gesundheitlichen Gründen verhindert.

Gutberlett würdigte den Einsatz verschiedener Mitglieder in den vergangenen Jahrzehnten, ohne die der Club heute nicht annähernd so gut dastehen würde. Ganz besonders hob er die Verdienste des langjährigen Vorsitzenden Hans Jürgen Rausch und seiner Frau Renate hervor. Aber auch ohne die Sponsoren des Vereins, so betonte Gutberlett, hätte man die vielen Hürden der vergangenen Jahrzehnte nicht überwinden können. Der TC Korbach verfüge über einen reichem Fundus an Erfahrungen im Tennissport und ein fortschrittliches Konzept für zeitgemäße Jugendarbeit.

Profilierte Spieler

Ganzer Stolz des Vereins sei die Anlage mit acht Spielplätzen, dem attraktiven Clubhaus und der parkähnlichen Anlage, Gutberletts Ansicht nach „die schönste Tennisanlage Nordhessens“. Dazu sei alles in Eigenarbeit entstanden: Jeder Baum auf dem Gelände sei von Mitgliedern gepflanzt, jeder Stein von Mitgliedern verlegt.

Profilierte Spieler seien aus dem Verein hervorgegangen, wie beispielsweise Rainer Schüttler, zeitweise Fünfter der Tennisweltrangliste. Heute sei der Club jedoch nicht mehr so gut aufgestellt, es fehle an Nachwuchs, und fünfzig Prozent der Mitglieder seien bereits älter als 60 Jahre. Dennoch sei, im Gegensatz zu anderen Tennisvereinen, die Anzahl der Mitglieder wieder deutlich steigend, nämlich allein in diesem Jahr von etwa 230 auf 260. Dies sei vermutlich auf die konsequente und engagierte Jugendarbeit des Vereins zurückzuführen, der im Übrigen auch mittlerweile zwei Jugendwarte sowie zwei Tennistrainer beschäftige.

Gutberlett bedauerte, dass es im Tennissport seit längerer Zeit an Vorbildern mangle, was ihn damit oft weniger attraktiv für Jugendliche mache.

120 Gründungsmitglieder

Der Vereinsvorsitzende kam auf die bewegte Vergangenheit des Vereins zu sprechen, beginnend, als 120 Mitglieder am 13. April 1954 den Tennisclub gründeten: Nach den ersten Jahren auf den bescheidenen Plätzen „auf der Hauer“ in Korbach siedelte der Tennisclub schließlich 1978 nach Lelbach um, wo man den eigenen Tennisboom zeitgleich mit der erfolgreichen Ära des Tennissports mit Boris Becker und Steffi Graf erleben durfte. Danach flaute das allgemeine Interesse ab, die Mitgliederzahlen, zeitweise vorher deutlich über vierhundert, gingen nun erheblich zurück, und es ist wiederum dem Engagement verschiedener Mitglieder zu verdanken, dass der Verein sich bis zum heutigen Tag außer mit Hobbytennis auch mit Erfolgen im Turnierbereich hervortun kann, so wie beispielsweise mit dem Team der Herren 60 in der zweithöchsten hessischen Spielklasse.

Dennoch finden aufstrebende junge Spieler oft keinen angemessenen Spielpartner, so der Vorsitzende, bleiben mittelfristig sportlich unterfordert und wechseln dann als Folge oftmals den Verein. Als derzeitige Ziele des Vereins nannte Gutberlett die Erhaltung des Geländes, die Rückkehr ehemaliger qualifizierter Spieler, die Bindung der Mitglieder durch Pflege der Geselligkeit im Verein und die Fortsetzung adäquater Jugendarbeit.

Kooperation mit Schulen

Bürgermeister Klaus Friedrichs lobte das Engagement des Vereins und die beispielhafte Jugendarbeit. Als Vater wisse er schließlich, dass Kinder oft ganz andere Interessen hätten und auch manchmal schwer aus einer Welt des Internets herauszuholen seien. Glücklicherweise sei der Verein so stark von beispielhaften Persönlichkeiten geprägt, dass er selbst in dieser tennisabgekehrten Zeit deutliche Zukunftsperspektiven aufweise.

Uwe Steuber, Sportkreisvorsitzender und Lichtenfelser Bürgermeister, lobte ebenfalls die wegweisende Jugendarbeit des Clubs, wie beispielsweise die Kooperation mit den Korbacher Grundschulen Berliner Schule und Marker Breite, in denen die Trainer des Vereins einmal wöchentlich Tennisunterricht erteilen. All das trage mittlerweile deutlich Früchte, denn ein Viertel der derzeitigen Mitglieder des Vereins seien bereits wieder Kinder und Jugendliche.

Schleifchenturnier

Glückwünsche kamen auch vom Tenniskreisvorsitzendem Karl Friedrich Emde, vom Vorsitzenden des Tennisclubs Twistetal 1948, Siegfried Becker, von Peter Fuchs, Vorsitzender des TSC Korbach und von Fried Heckmann als Vertreter des verhinderten Lelbacher Ortsvorstehers Manfred Schatz.

Ein Schleifchenturnier, an dem sich trotz sommerlich hoher Temperaturen immerhin an die 70 Tennisspielerinnen und -spieler beteiligten, sowie Kaffee, Kuchen, Gegrilltes und kühle Getränke und ein geselliges Beisammensein bis in die Abendstunden rundeten diesen gelungenen Jubiläumstag ab.

Von Mechthild Röhrig-Weking

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