Photovoltaik auf dem Eigenheim · Verbands-Energie-Werk (VEW) bietet Hausbesitzern Komplettpaket an

Mit „Diemel-Solar“ die Sonne pachten

Sonnenenergie für den Eigenverbrauch: Für zunächst 100 Dächer von Ein- und Zweifamilienhäusern ist das VEW-Programm „Diemel-Solar“ aufgelegt. Foto: djd

Korbach. - Der Stromkunde von heute wird zum Erzeuger von morgen: Das ist die Leitidee des neuen Programms „Diemel-Solar“. Damit will das Verbands-Energie-Werk (VEW) die Energiewende in der Region beschleunigen.

Photovoltaikmodule­ auf dem Dach des Ein- oder Zweifamilienhauses wandeln die Sonne in günstig produzierten Solarstrom um, den Hausbesitzer selbst nutzen können: Für den VEW-Aufsichtsratschef, Landrat Dr. Reinhard Kubat, ist das „eine ganz spannende Geschichte“. Ein Jahr Vorbereitung stecke in dem Projekt. Für die ersten 100 Dächer steht ein Investitionsvolumen von 600 000 Euro zur Verfügung, erklärte VEW-Geschäftsführer Stefan Schaller bei der gestrigen Vorstellung von „Diemel-Solar“.

Paket gegen Pacht

Wie es funktioniert? Hausbesitzer erhalten die Photovoltaik-Anlage komplett mit einem Service-Paket, von dem sie während der gesamten Betriebszeit profitieren. Gegen eine monatliche Pacht, mit der sämtliche Kosten abgedeckt sind, wird die Anlage passend zum Haus und den Nutzungsgewohnheiten seiner Bewohner geplant und fachmännisch von einem heimischen Handwerksbetrieb montiert, erläuterte Projektleiter Helmut Butterweck. Teilnehmern des Programms „Diemel-Solar“ wird für zehn Jahre ein Festpreis garantiert. Danach besteht eine Verlängerungsoption. Innerhalb von drei bis vier Wochen können die Module in Betrieb gehen. Auch der Anlagenkauf im Komplettpaket sei möglich.

Der Anschluss an das öffentliche Netz, in das der nicht selbst verbrauchte Strom eingespeist wird, gehört ebenso zum Service. Dafür wird die jeweils aktuelle Einspeisevergütung erstattet. Vom Gesetzgeber mit einer monatlichen Degression von 1,4 Prozent verbunden, gibt es im Dezember 13,88 Cent, im Januar 2014 aber nur noch 13,68 Cent pro Kilowattstunde Strom aus diesen Dachanlagen.

Lukrativer ist es aber nicht nur deshalb, die erzeugte Energie für Haushaltsgeräte, Wärmepumpen-Heizung oder zum Laden der Batterie des Elektroautos zu nutzen. „Die Strompreise werden sich nicht mehr nach unten entwickeln.“ Mit dieser Prognose lieferte Geschäftsführer Schaller noch einen weiteren Grund. Je höher der Eigenverbrauch ausfällt, desto größer erweist sich der finanzielle Vorteil für den Pächter, fasste Butterweck den „Diemel-Solar“-Effekt zusammen.

Voraussetzungen, um das Motto „die Sonne pachten“ in die Tat umzusetzen, sind wenigstens 30 Quadratmeter möglichst nach Süden geneigte Ziegel-Dachfläche. „Ost-West-Dächer kommen aber meist auch in Betracht“, betonte Butterweck. Außerdem müsse das Grundstück im Gebiet der EWF GmbH liegen, das sich über weite Teile des Landkreises und angrenzende Kommunen wie Fritzlar oder Bad Zwesten erstreckt. Alleiniger Anteilseigner der Ende 2011 gegründeten VEW für erneuerbare Energien ist der Zweckverband Energie Waldeck-Frankenberg, dem der Landkreis und zahlreiche Städte und Gemeinden der Region angehören.

Interessierte Hausbesitzer erhalten nähere Auskünfte bei Projektleiter Helmut Butterweck (Tel. 05631/955443, E-Mail: helmut.butterweck@vew-korbach.de) und Projektingenieur Volker Jakob (Tel. 05631/955372, E-Mail: volker.jakob@vew-korbach.de).

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