Parlamentarier beschließen Renaturierung der Aar

Diemelseer klären die Wasser-Fragen

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Bis dicht an die Aar heran haben Landwirte ihre Flächen bearbeitet. In den kommenden Jahren wird der Bach in Flechtdorf und auch außerorts renaturiert.

Diemelsee-Adorf - Die Entscheidung über die Renaturierung der Aar war mit vielen Diskussionen verbunden. Letztendlich stimmte die Diemelseer Gemeindevertretung klar für den ergänzten Beschluss. In Stormbruch und Ottlar fließt zudem bald wieder weicheres Wasser.

Bereits im November 2012 beschlossen die Diemelseer Parlamentarier die Renaturierung der Aar innerhalb der Ortslage Flechtdorf im Zuge der geplanten Straßensanierung. Am Freitagabend wurde der Beschluss ergänzt. Denn die Renaturierung steht unter neuen Vorzeichen: Um an Fördermittel von bis zu 85 Prozent zu kommen, muss der Verlauf des Bachs auch außerhalb von Flechtdorf angepasst werden - auf einer Gesamtlänge von etwa fünf Kilometern.

Ausgleichsflächen schaffen

Im Vorfeld der Sitzung hatte die CDU-Fraktion angekündigt, den Beschluss so nicht mittragen zu können (wir berichteten). Die Christdemokraten befürchteten - da noch nicht alle Details mit den Grundstücksbesitzern geklärt seien - dass die Renaturierung nicht angegangen werden könne und Fördergelder dann möglicherweise zurückgezahlt werden müssten.

Bürgermeister Volker Becker erklärte gegenüber der WLZ, dass im Vorfeld viele Gespräche mit Pächtern von Grundstücken - die von der Renaturierung betroffen wären - geführt worden seien. „Außerdem haben wir vereinbart, nach der Ernte am 18. September das Aartal gemeinsam abzugehen, um für jeden individuell eine Lösung zu finden.“ Dies könne laut Hannelore Behle, Vorsitzende der Gemeindevertretung, in Form von Kauf oder Ausgleichsflächen geschehen. „Wir werden nicht gegen den Willen der Grundstücksbesitzer handeln.“ Zudem könnten sich auch Vorteile ergeben. „Statt fünf kleiner Flächen könnte ein Landwirt zum Beispiel größere zusammenhängende Flächen erhalten“, so Hannelore Behle.

In der Sitzung machten Manfred Emde von der Unteren Wasserbehörde und Karl-Hermann Frese vom Amt für Bodenmanagement auf die Dringlichkeit des Projektes aufmerksam. Fristen müssten eingehalten werden, um Fördermittel erhalten zu können. Nach einer Sitzungsunterbrechung und erneuter Beratung der Fraktionen stimmten 20 Abgeordnete für die Renaturierung, bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme. Fünf Parlamentarier durften aufgrund von Interessenskonflikten nicht mit abstimmen.

Der erste Teil der Renaturierung wird gemeinsam mit dem Ausbau der Aartalstraße 2014 beginnen. Außerhalb der Ortslage geht es dann wohl später weiter, hier steht ein vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren auf dem Programm, um die Durchgängigkeit der Aar zu sichern.

Fast 300 Unterschriften

Auch in der zweiten Wasser-Frage gab es eine klare Entscheidung. In Stormbruch und Ottlar fließt künftig wieder weicheres Wasser aus den Hähnen. Die Gemeindevertreter entschieden sich, den Stormbrucher Brunnen zu reaktivieren und das Wasser in den Hochbehälter Ottlar einzuspeisen. An Bürgermeister Becker waren zuvor fast 300 Unterschriften aus beiden Ortschaften übergeben worden, in denen sich die Bewohner für diese günstigere der zwei Varianten aussprachen. Zuvor wurde auch in Betracht gezogen, das Stormbrucher Wasser in den Hochbehälter Wiggenknochen der Stadtwerke Brilon einzuspeisen.

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