VEW plant Windräder bei Rhenegge - Gemeindevertreter beraten am 3. Februar

Diemelseer sollen Wind selbst ernten

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- Diemelsee-Rhenegge (nv). Seit der Atomkatastrophe in Fukushima ist die Energiewende in aller Munde. Die VEW, eine Schwestergesellschaft der Energie Waldeck-Frankenberg, plant daher den Bau von acht bis zehn Windkraftanlagen bei Rhenegge. Profitieren sollen neben der Umwelt vor allem die Bürger vor Ort.

Rund 100 Diemelseer, darunter zahlreiche Gemeindevertreter, versammeln sich am Dienstagabend auf Einladung des Ortsbeirats im Dorfgemeinschaftshaus Rhenegge. „Über diese umfangreiche Baumaßnahme, die alle Rhenegger betrifft, wollen wir frühzeitig informieren, damit im Dorf offen und ehrlich diskutiert werden kann“, betont Ortsvorsteher Heinz Peter Schlüter. Die Bürger von Beginn an mitnehmen wollen auch die Verantwortlichen der EWF und ihrer Schwestergesellschaft VEW (Verbands-Energie-Werk), die als Dachgesellschaft für erneuerbare Energien gegründet wurde und die Energiewende vorantreiben will. Sofern der Windpark genehmigt wird, tritt die VEW als Bauherr und Betreiber auf.

„Wir treten als Partner der Kommune an“, erklärt Stefan Kieweg, Projektleiter Windenergie bei der VEW, bei der Präsentation der Pläne. Sollte es Widerstand geben, will sich die VEW daher zurückziehen. Geplant sind laut Kieweg acht bis zehn Windkraftanlagen mit einer Leistung von drei Megawatt pro Mühle. Mit einer Nabenhöhe von 135 Metern und einem Rotordurchmesser von 101 Meter beläuft sich die Gesamthöhe auf 185 Meter. Zum Vergleich: Die Firma „LenPower“ errichtet am Adorfer Martenberg derzeit sieben 180 Meter hohe Windräder. Dort sind pro Anlage vier bis fünf Hektar Land nötig. Die Kosten pro Windrad beziffert der Elektroingenieur mit rund 4,5 Millionen Euro, sodass die Investitionssumme sich insgesamt auf 36 bis 45 Millionen Euro beläuft.

Der VEW-Windpark soll hinter einem Waldstück im Rhenegger Norden errichtet werden, also im Naturpark Diemelsee entlang der Landesgrenze Richtung Padberg. Zur Wohnbebauung werde ein Abstand von 1000 Metern eingehalten, zu Einzelgehöften eine Distanz von 500 Metern, erklärt Kieweg. Das Gebiet werde allerdings erst im Zuge des Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplanes festgelegt, räumt Anke Linnekugel vom Diemelseer Bauamt mit Blick auf die vorläufig erstellte Übersichtskarte ein. Nach Angaben des Ersten Beigeordneten Eckhard Köster beraten die Parlamentarier am 3. Februar über das Vorhaben.

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