Dieter Hagenmüller aus Lengefeld hat ein besonderes Hobby – Verkauf für den guten Zweck

Er macht Kunst aus Baumholz

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Schachbank: Dieter Hagenmüller auf einer Bank, deren Stützen aus einem Turm und einem Springer bestehen.

Korbach-Lengefeld. Holz ist die große Leidenschaft von Dieter Hagenmüller. 37 Jahre lang war der Stuttgarter Förster in seiner Heimatstadt. Vor gut zwei Jahrzehnten hat er dann angefangen, Holzstücke, die nicht verkauft werden konnten, mit der Kettensäge zu bearbeiten. Seitdem sind Hunderte größere und kleinere Kunstwerke entstanden.

Alltagsgegenstände: Handtaschen samt Schubfach und Bücher macht der Künstler ebenfalls aus Holz.

Seit gut anderthalb Jahren lebt Hagenmüller mit seiner Frau Andrea Häbe-Hagenmüller im Korbacher Ortsteil Lengefeld. Nach dem Ausscheiden aus dem Beruf zog Hagenmüller aus dem Forsthaus in Stuttgart aus und suchte nach einer neuen Bleibe mit viel Natur. In Waldeck-Frankenberg hat das Paar schließlich ein neues Zuhause gefunden.

In der neuen wie in der alten Heimat hat Dieter Hagenmüller keine Werkstatt. Er arbeitet schlicht im Freien: Zunächst, für die groberen Arbeiten, mit der Kettensäge, für die Feinarbeiten dann mit Meißel und Hammer. Manchmal bis zu sechs Stunden am Tag, an anderen Tagen gar nicht – je nach Lust und Kreativität.

„Man muss sich Zeit dafür nehmen“, sagt der 61-Jährige. „Und man braucht ein Gefühl für die Proportionen und das Holz.“ Beispielsweise mit Blick auf mögliche Risse, die später mal entstehen könnten. Eine Vorlage für seine Arbeiten braucht der Förster nicht. Er hat genau im Kopf, wie eine Skulptur am Ende aussehen soll.

Mehr als 120 große Figuren

Mit Tieren hat er angefangen. Ganz am Anfang stand ein Pinguin – als Handtuchhalter fürs Badezimmer. Schließlich kamen Krokodile, Giraffen, Eulen, Wale und Pferde hinzu. „Das Handling bei großen Figuren ist einfacher,“ sagt er. Mehrere Tage braucht Hagenmüller, bis eine große Skulptur fertig gestellt ist. Etwa 120 hat er davon bislang hergestellt. Hinzu kommen Hunderte kleinere Arbeiten wie Handtaschen, Hüte, Sofakissen und vor allem Bücher. Ob aufgeschlagen oder geschlossen: Bücher sind in letzter Zeit stark nachgefragt, sagt er. Etwa zwei Stunden dauert es, bis Hagenmüller einen Holzscheit so bearbeitet hat, dass er das Aussehen eines Buches hat.

Allerdings eignet sich nicht jedes Holz für die Bearbeitung. In Stuttgart hat er hauptsächlich alte Eichenstücke genutzt. Dieses Holz könne man später auch gut im Freien aufstellen. Insgesamt eignen sich Laubhölzer wegen des Faserverlaufs am besten für die Bearbeitung, sagt er.

Ausstellung im Nationalparkzentrum geplant

Was er als nächstes herstellt, wird oft spontan entschieden. „Entweder habe ich eine Idee und suche dazu das passende Holz, oder ich entdecke ein Stück Holz, das vorgibt, was es mal werden will“, sagt der 61-Jährige.

Im Zuhause des Ehepaars Hagenmüller wurde es irgendwann zu voll, überall standen hölzerne Kunstwerke. Viele habe er daraufhin zunächst verschenkt, um Platz zu schaffen. Doch längst verkauft er seine Arbeiten, beispielsweise bei Kunsthandwerkermärkten. Das Geld fließt jedoch nicht in seine eigene Tasche, sondern wird stets an SOS-Kinderdörfer gespendet.

Etwa ein bis zwei Mal pro Jahr ist Dieter Hagenmüller bei Märkten mit einem eigenen Stand vertreten, zuletzt beim Herbstmarkt am Nationalparkzentrum in Herzhausen. Dort im Zentrum wird er bald auch seine hölzernen Arbeiten im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorstellen.

Kontakt: Weitere Infos über Dieter Hagenmüller über seine Arbeiten gibt es auf der Internetseite www.laubholz-art.de.

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