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Fünf digitale Glatteiswarner prüfen die Situation auf Korbachs Straßen

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Von: Marcus Althaus

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Diese Glatteismeldeanlage liefert wichtige Zusatzinformationen an den Korbacher Bauhof, um die Entscheidung zu vereinfachen, den Winterdienst auszulösen.
Seit rund einer Woche verfügt die Kreisstadt über fünf Glatteismeldeanlagen an neuralgischen Punkten. © Marcus Althaus

Bereits Anfang Oktober hat Timo Schönweitz den Bereitschaftsplan für den kommenden Winterdienst in der Kreisstadt aufgestellt. Der Leiter des Korbacher Bauhofes kann dabei auf 22 Kollegen bauen, die sich bis März Woche für Woche um Korbachs Straßen kümmern, wenn Schnee und Glätte angesagt sind. Dabei erhalten sie in diesem Jahr erstmals digitale Unterstützung.

Korbach - Seit rund einer Woche sind „Glatteismeldeanlagen“ in der Kernstadt installiert. Sie liefern Wetterdaten und Bilder von der Situation auf den Straßen. „Erfasst werden Daten zur Luft- und Fahrbahntemperatur, Niederschlagsmengen und –arten, Windrichtung und –geschwindigkeiten“, beschreibt Schönweitz.

Sein Stellvertreter Stephan Klein betont: „Die Kameras liefern alle fünf Minuten ein Bild. Autokennzeichen werden nicht aufgezeichnet und die Bilder werden nicht dauerhaft gespeichert.“ Nachdem die „Glatteismeldeanlagen“ aufgestellt wurden, hatten sich bereits Passanten verwundert bei der Stadt gemeldet, weil diese Anlagen in der Region noch nicht so verbreitet sind, wie anderswo.

In der „Kasseler Straße“ nahe der Berufsschule, in der „Strother Straße“, am „Südring“, in der Wildunger Landstraße (Am Melm) sowie im „Ziegelhütter Weg“ stehen die Glatteiswarner. Sie liefern dem Bauhof nun das ganze Jahr Informationen, die dieser mobil abfragen kann. Öffentlich sind die Daten nicht einzusehen. Sie zeigen wichtige Zusatzinformationen, die die Entscheidung vereinfachen, den Winterdienst auszulösen.

„Wir erhalten sofort eine Alarmmeldung bei Glatteis“, so Schönweitz. Das vereinfacht die Arbeit der vier Winterdienstleiter. Bisher entschieden deren Kontrollfahrten und Messungen, über das weitere Vorgehen. Zwar finden auch in diesem Winter Kontrollfahrten statt. Doch durch die eingesetzte Elektronik, lässt sich ein dauerhaftes Lagebild für den Stadtkern erstellen.

„Wir konnten im Vorfeld nur auf eine zweitägige Wettervorschau bauen. Jetzt gehen wir auf Nummer sicher“. Wahrscheinlich werden auch einige Kilometer an Kontrollfahrten eingespart. „Das wissen wir aber erst nach dem Winter und wie sich das neue System bewährt“, so Schönweitz.

Da auch der Restsalzgehalt auf der Fahrbahn und die Wasserfilmdicke von einem Sensor im Boden festgestellt werden, könne auch Streumittel eingespart und die Umwelt entsprechend entlastet werden.

Möglich gemacht hat das neue Arbeitswerkzeug für den Bauhof das digitale Förderprogramm „Starke Heimat Hessen“. Mehr als 100.000 Euro flossen aus Wiesbaden in die Hansestadt, um die Anlagen zu realisieren. Die Stadt Korbach musste lediglich 10 Prozent der rund 120.000 Euro Kosten tragen.

Neben den digitalen Helfern gewährleisten die Mitarbeiter mit zwei großen und fünf Schmalspurfahrzeugen den Streu- und Räumdienst in der Kernstadt. In den 14 Ortsteilen ist die Aufgabe bekanntlich an Dritte vergeben. Rund 220 Tonnen Salz sind vorsorglich eingelagert, die Dienstpläne sind geschrieben und auch an der Technischen Ausstattung mangelt es nicht.

Nachdem im Juni eine Lagerhalle ausbrannte, in der der Bauhof wichtige Geräte eingelagert hatte, konnte rechtzeitig Ersatz angeschafft werden.

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