Präventionskonzept an der Alten Landesschule vorgestellt

„Digitale Helden“ als Ansprechpartner

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Partner in der Präventionsarbeit: (v. l.) Polizeioberkommissarin Michaela Urban, Ulrike Ritter (Diakonisches Werk), Beratungslehrerinnen Silvia Balduff, Sybille Courtin, Schulleiter Robert Gassner, Beratungslehrer Michael Steuber, stellvertretender Schulsprecher Max Karok, Andrea Franke (Präventionsrat Korbach), Unterstufensprecherin Hanna-Marie Schneider und Schulsozialarbeiterin Ilona Reinhold.Foto: tk

Korbach - Zivilcourage, gegenseitiger Respekt, angstfrei und konstruktiv mit- und voneinander lernen: Dieses „Lernklima“ will die Alte Landesschule (ALS) mit einem eigenen Präventionskonzept schützen. Das zwölf Seiten starke Programm wurde gestern vorgestellt.

Wesentliche Bestandteile des Programms sind altersgerechte Präventionsangebote für jede Jahrgangsstufe. So werden Fünftklässler bei „Klick Safe 2.0“ darauf hingewiesen, wie sie sicher im Internet agieren können. Dies können die Teilnehmer in einer Abschlussprüfung mit Zertifikat nachweisen.

In den Klassen 6 bekommen die Schüler im Projekt „Ausdrucksstark“ die Möglichkeit, mit theaterpädagogischen Elementen Selbstbewusstsein, Kreativität, emotionale Kompetenz, Einfühlungsvermögen und Toleranz zu entwickeln und zu fördern. In der Jahrgangsstufe 7 geht es im Religionsunterricht um das Thema „Sucht und Sehnsucht“. Außerdem geplant ist ein Theaterstück. Bei „Fake - war doch nur Spaß“ spielen die Gefahren von Cybermobbing und Sexting eine wesentliche Rolle.

Mit Unterstützung der Polizei läuft das Projekt „Cool sein“ für Achtklässler. Behandelt werden Fragen der Gewaltprävention: Wie kann ich aggressivem Verhalten aus dem Weg gehen? Was kann ich tun, wenn ich angegriffen werde? Bei „Tom und Lisa“ geht es darum, die Schüler spielerisch auf den Umgang und die Auswirkungen von Alkoholkonsum hinzuweisen.

Erstmals können sich in diesem Schuljahr sechs Schüler der Jahrgangsstufe 8 zu „Digitalen Helden“ ausbilden lassen. Ihre Aufgabe besteht dann künftig darin, Mitschüler zu beraten und im Umgang mit den Medien der digitalen Welt zu schulen. Dieses Projekt wird vom Kultusministerium gefördert und in Abstimmung mit Schulleitung und Elternbeirat umgesetzt. Ziel ist es, möglichst viele Helden als Ansprechpartner in der ALS zu etablieren. Darsteller des Improvisationstheaters „Requisit“ gehen mit Schülern der Jahrgangsstufe 9 in einen offenen Dialog über die Abhängigkeit von Drogen, Alkohol und Tabak. Aktionen und Vorträge beleuchten außerdem weitere Aspekte des Themas Suchtmittel.

„Nach etlichen Monaten Arbeit sind wir stolz auf das Ergebnis“, sagte Schulleiter Robert Gassner. Es könne jedoch grundsätzlich immer nur einen Zwischenstand abbilden. Somit sei das vorgelegte Konzept das Resultat einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern und Eltern, aber auch mit externen Partnern wie Polizei, Korbacher Präventionsrat und Suchtberatung des Diakonischen Werkes. Es soll in erster Linie dazu dienen, Schüler vor negativen Erfahrungen mit Drogen, Gewalt oder Spielsucht zu bewahren. „Das Konzept wird sich auszahlen“, bekräftigte der stellvertretende Schulsprecher Max Karok. Die Themenschwerpunkte seien auch zu Hause zu thematisieren, so Elternbeiratsvorsitzende Meike Peper.

Die enge Kooperation mit den externen Partnern in einer eigens eingerichteten Arbeitsgemeinschaft habe die konzeptionelle Arbeit sehr gefördert, betonten alle Beteiligten. Wesentlichen Anteil daran hat das Präventionsteam, das aus den vier ALS-Beratungslehrern Sybille Courtin, Monika Peel, Silvia Balduff und Michael Steuber besteht. Nach Weiterbildungen decken sie die Schwerpunkte Medienkompetenz, Jungenarbeit, Essstörungen und Gesprächsführung ab. Ergänzt wird dieses jahrgangsübergreifende Beratungsangebot durch einen Verbindungslehrer sowie Schulsozialarbeiterin Ilona Reinhold.

Um den dauerhaften Bestand der Schulsozialarbeit an der ALS sorgen sich nicht nur die vier Beratungslehrer. Wie Schulleiter Gassner mitteilte, habe die Landesregierung die bisher geltende Rahmenvereinbarung zum 31. Juli 2015 gekündigt. Das vorgesehene neue Finanzierungsmodell werde viele Schulen vor große Probleme stellen.

Von Thomas Kobbe

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