40 Jahre Söhnen Scheune: Geburtstagsparty mit viel Berliner Luft

Diller und Ted rocken Korbach

Das Partybild des Jahres: Dieter „Diller“ Westmeier (2.v.r) mit seiner Berliner Band lässt es für Korbachs „Elvis“ alias Horst Krätzmann (76) auf der Bühne richtig krachen.Foto: Kleine

Korbach - Die Rock-Generation erlebte in „Söhnen Scheune“ die Party des Jahres. Und der Korbacher „Ted Herold“ alias Horst Krätzmann feierte mit Ovationen sein Comeback.

Hunderte Gäste genossen am Samstag die rockige Sommernacht in Söhnen Scheune. Helmut Söhne ließ nach rund 40 Jahren Rock-Schuppen noch mal die Puppen tanzen. Viele begegneten sich nach Jahren erstmals wieder - an dem Ort, wo sie in den 70er- und 80er-Jahren rauschende Partys und Rock-Festivals gefeiert hatten.

Doch für einen Moment war es plötzlich mucksmäuschenstill in der Scheune: „Begrüßen Sie mit mir Mr. Ted Herold“, röhrte „Diller“ Westmeier ins Mikro. Und dann trat er auf die Bühne, ganz behutsam, verschämt, aber mit unbändiger Freude, die aus seinem Gesicht strahlte: Horst Krätzmann, den halb Korbach „Ted“ nennt, den anderen als „Elvis“ ein Begriff ist.

„Ich bin ein Wanderer“, „Motorbiene“ - der Korbacher „Ted“ gab sich am Mikro selbst den Rhythmus vor für Lieblingssongs des legendären Rock’n’Rollers, dann ließ es die Band in Begleitung richtig krachen. Söhnen Scheune vibrierte, und die Fans sangen voller Freude mit. Denn im Rampenlicht ließ ein Korbacher die Hüften schwingen, der am 11.11. seinen 77. Geburtstag feiern wird.

Diller und Ted kennen sich gut aus alten Zeiten in der legendären Korbacher Disco „Schinderhannes“, die von der damaligen Elterngeneration der 70er-Jahre eher als ruchlose Hölle apostrophiert wurde. Und noch eines verbindet die beiden: die Hauptstadt Berlin. Während der gebürtige Berliner Horst Krätzmann als „Ted“ zum Jux in den heimischen Discos noch seine Show abzog, wanderte Dieter „Diller“ Westmeier Ende der 70er-Jahre von Korbach an die Spree aus, um fortan als Rockmusiker im Nebenberuf für Furore zu sorgen. In Söhnen Scheune lag also am Samstag ein gutes Stück Berliner Luft.

Zusammen mit Michael Stein, Frank Augustin, Rainer Glienke, Jochen Staadt und dem Bad Arolser Gerd Udo Heinemann spielte Westmeier ab Ende der 70er mit der Rockband „Pille Palle und die Ötterpötter“, die vom Kreuzberger Kiez aus auch in Korbach alsbald ein Begriff wurde. Dabei war Diller wiederholt zu Gast in Söhnen Scheune, denn Helmut Söhne und Dieter Westmeier machten 1973 gemeinsam Abitur.

Als PPÖP hat die Band mit Diller Westmeier, Jochen Staadt, Gerd Udo Heinemann und Theo Breiding bis heute Bestand - und zeigte sich mit eigenen Songs und vielen Rockklassikern am Samstag bestens in Form. Als Solist rückte zudem der Korbacher Dirk Seehawer noch mal ins Rampenlicht.

Und viele Geschichten über die Rock-Scheune kamen natürlich auf den Tisch - ob Krankenhauspartys, Abi-Feten oder Hochzeitsfeiern. Eine türkische Hochzeit ist Helmut Söhne dabei noch bestens im Gedächtnis: Statt Bier und Wein gab es 100 Kisten Cola.Der Wunsch vom Wochenende ist klar: Söhne soll die Scheunentore alsbald zur nächsten Rockparty wieder öffnen. Von Jörg Kleine

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