Semester der Kinderuni in Korbach endet mit dem Besuch von Prof. Bernd Overwien und Olli Emde

Diplome für kleine Studenten - Video

Korbach - Welche Macht hat ein Bürgermeister? Und können Kinder die Politik beeinflussen? Zum Abschluss des Semesters der Kinderuni machten sich gestern Prof. Bernd Overwien und Olli Emde mit den kleinen Studenten auf die Suche nach Antworten.

Am Ende halten Max, Julius und Charlotte stolz ihre Diplome in den Händen. Drei Vorlesungen lang haben sie sich auf Entdeckungsreise begeben und neue Sichtweisen gewonnen. Zum Abschluss des Wintersemesters dreht sich in der Stadthalle alles um Politik – und um Benjamin Blümchen. Anschaulich, unterhaltsam, aber deswegen nicht weniger wissenschaftlich, begeben sich Bernd Overwien, Professor für Didaktik der politischen Bildung an der Uni Kassel und Oliver Emde mit den Kindern auf die Reise nach Neustadt, in die Welt von Benjamin Blümchen. Emde feiert als alter Korbacher ein Heimspiel in der Stadthalle.

Und Benjamin Blümchen hat ein Problem: Er befindet sich im Streit mit dem Bürgermeister, weil der eigenmächtig eine Straße durch den Wald bauen will. Fast wie nebenbei und mit großer Freude lernen die kleinen Studenten so politische Strukturen kennen – von der Stadtverordnetenversammlung bis zum Bürgermeister, vom Ortsbeirat bis zum Minister. Schnell stellt sich heraus: Die Kinder kennen Benjamin Blümchen und Klaus Friedrich besser als Volker Bouffier. Alle haben allerdings eines gemeinsam: Sie streiten für ihre Meinungen. „Und ist Streit etwas Gutes?“ fragt der Professor. „Nein“, sind sich die meisten Kinder einig. Dann meldet sich Leonie (11): „Ich glaube aber, das nennt man Demokratie“. Und damit trifft sie nicht nur den Nagel auf den Kopf, sondern auch das Lernziel der Wissenschaftler an diesem Nachmittag. Die kommen mit den Kindern ins Gespräch, diskutieren über Naturschutz und wirtschaftliche Interessen, erklären ihnen die Regeln der Demokratie und Möglichkeiten, selbst politisch aktiv zu werden. „Gewalt und Blockaden sind nicht legal“, stellen Prof. Overwien und Olli Emde fest, „aber Demos sind erlaubt.“ Und so ermutigen sie ihre Studenten, ihre Meinung zu sagen oder in einem Leserbrief zu aufzuschreiben.„Die Zeitung darf dann aber nicht nur eine Meinung schreiben“, erklärt ein kleines Mädchen in der zweiten Reihe, „das wäre ja gemein“. Und damit trifft sie am Ende irgendwie schon wieder den Nagel auf den Kopf. Zur Belohnung gibt es für die rund 300 kleinen Studenten die wohl verdienten Diplome. (resa)

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