354 Millionen Kilowattstunden in EWF-Netz eingespeist:

Doppelt so viel Ökostrom erzeugt

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Korbach - Immer mehr Strom aus erneuerbaren Energien wird ins Netz der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) eingespeist. 354 Millionen Kilowattstunden waren es im vergangenen Jahr – mehr als doppelt so viel wie 2008.

Windkraft bleibt mit 164 Millionen Kilowattstunden (kWh) der wichtigste regenerative Stromerzeuger im Netzgebiet der EWF, fünf Jahre zuvor waren es 113 Millionen kWh (siehe Grafik). Prozentual am meisten zugelegt haben jedoch Biomasse und Photovoltaik: Aus Solarpanels ist 2013 die siebenfache Menge an Strom ins Netz der EWF eingespeist worden, bei Biogasanlagen ist es die sechsfache Menge.

Für den Netzbetreiber ist das mit Ausgaben verbunden: Denn seit dem Jahr 2000 soll das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Betreibern von Wind-, Sonnen- und Biogasanlagen ermöglichen, mit den bereits abgeschriebenen fossilen Kraftwerken zu konkurrieren. Deshalb wird ihr grüner Strom mit Vorrang ins Netz eingespeist, die Betreiber müssen ihre Netze entsprechend technisch aufrüsten. „Mittlerweile sind jährliche Investitionen im hohen sechsstelligen Bereich erforderlich“, sagt EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller.

So habe EWF Kabel und Leitungen verstärkt und Transformatoren in Ortsnetzen an die gestiegene Einspeiseleistung angepasst, führt Schaller auf. „Mittlerweile erweitert EWF sogar Netzknoten an Übergabepunkten zu den vorgelagerten Netzen“, sagt der Geschäftsführer. In den vergangenen Monaten wurden etwa die Umspannwerke in Bad Arolsen und Korbach ausgebaut – um überschüssigen regenerativ erzeugten Strom in die Hochspannungsnetze ableiten zu können.

Reichen die Kapazitäten nicht aus, wird es teuer für EWF: Denn müssen Anlagen zeitweise abgeschaltet werden, weil das Netz den erzeugten Strom nicht aufnehmen kann, können die Betreiber von Windrädern, Photovoltaikanlagen und Co. Schadensersatz verlangen. „Bislang gab es keine Abschaltungen durch EWF, daher waren auch keine Zahlungen erforderlich“, sagt Schaller.

Wie wird sich der Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis in den nächsten Jahren weiter entwickeln? Eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist für den EWF-Geschäftsführer wie Lesen im Kaffeesatz: „Bei Ausbaumaßnahmen spielt im Netzgebiet der EWF vor allem die Windenergie eine große Rolle“, erläutert er. Die Genehmigungsverfahren bei diesen Anlagen im Zusammenhang mit Aspekten des Umwelt- und Naturschutzes und der Belange der Bundeswehr und des Wetterdienstes seien jedoch komplex. Schaller: „Eine Prognose ist daher nur schwer möglich.“ EWF richte sich jedenfalls darauf ein, auch weiterhin „bedeutsame Werte in die Netze zu investieren.“ (lb)

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