Theologe und Altersmediziner 

Korbach: Dr. Matthias Gernhardt übernimmt als Chefarzt die Geriatrie im Stadtkrankenhaus

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Besuch auf Station „Waldeck“: Der neue Chefarzt Dr. Matthias Gernhardt (Mitte) übernimmt die Geriatrie im Stadtkrankenhaus. An seinem ersten Arbeitstag begrüßten ihn (von links) Pflegedienstleiterin Gerlinde Stremme, Ärztlicher Direktor Dr. Arved-Winfried Schneider, Geschäftsführer Christian Jostes und Teamleiterin Nina Isabella Weber mit den Patienten Horst Büchsenschütz und Roswitha Leimbach. 

Korbach. Dr. Matthias Gernhardt heißt der neue Chefarzt für Altersheilkunde (Geriatrie) am Korbacher Stadtkrankenhaus. Der 57-jährige Mediziner kommt vom St. Rochus-Krankenhaus für Akutgeriatrie in Steinheim (Kreis Höxter). Dort war er seit 2014 als Leitender Oberarzt tätig.

Als Persönlichkeit „mit einem spannenden Lebenslauf“ und „Charaktereigenschaften, die gut zu unserem Haus passen“, stellte Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Jostes den neuen Chefarzt gestern an dessen ersten Arbeitstag vor. Mit seiner Frau und seinem Sohn will der neue Chefarzt bald nach Korbach umziehen.

Dr. Gernhardt wurde 1960 in Jena geboren. Nach Abitur und Berufsausbildung begann er ein Theologie-Studium, sein Wunschfach Medizin blieb ihm aufgrund der Studien-Zulassungspolitik in der damaligen DDR verwehrt. Nach der Wende konnte Gernhardt es dann verwirklichen. 1998 schloss er sein Medizinstudium ab. Es folgte die internistische Facharztausbildung in Nordrhein-Westfalen. Es folgten weitere Qualifikationen in Geriatrie, Palliativmedizin und Diabetologie.

Die Verpflichtung Dr. Gernhardts ist Teil des Konzepts, mit dem das Stadtkrankenhaus seine mit Abstand größte Fachabteilung der innere Medizin umstrukturiert. Unter dem Dach der Medizinischen Klinik sind vier eigenständige Einheiten vorgesehen: die Gastroenterologie/allgemeine Innere Medizin, die Kardiologie und die Geriatrie mit jeweils eigenen Chefärzten, außerdem die Hämatologie/Onkologie/Palliativmedizin.

Auf den wachsenden Bedarf geriatrischer Behandlungs- und Rehabilitationsmöglichkeiten wird das Stadtkrankenhaus reagieren, erklärte Geschäftsführer Jostes. Noch in diesem Jahr soll mit der Einrichtung einer neuen Station begonnen werden. Damit würde sich die Zahl der Betten von 36 auf 46 erhöhen, eventuell ergänzt durch eine geriatrische Tagesklinik. Auch die am 1. Januar begonnene Zusammenarbeit mit dem Kreiskrankenhaus in Frankenberg werde in dieser Hinsicht intensiviert.

Vor allem in der Kommunikation mit den anderen Fachrichtungen, „mit Kollegen und der Pflege“ sieht Gernhardt eine der Hauptaufgaben. Vor allem wenn akute Erkrankungen und Krankenhausaufenthalte dazu führen, dass ältere Menschen nicht mehr auf die Beine kommen und Schwierigkeiten haben, sich in ihrem Alltag und gewohnten Umfeld wieder zurecht zu finden. Altersmedizin versteht Dr. Gernhardt nicht nur als innere Medizin für ältere Menschen, sondern als Querschnittsaufgabe über alle Fachrichtungen und Disziplinen hinweg: „Der ältere Mensch mit seinen Gebrechen, seinen Sorgen, seinen Nöten, seinen Ängsten steht im Mittelpunkt.“ Ihm „Lebensqualität, Selbstständigkeit, Lebensfreude, Würde“ zu geben, „sollte das Ziel einer geriatrischen Behandlung sein“.

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