Leseprojekttag der Berliner Schule soll zu selbstständigem Lesen motivieren

Drachen, „Sams“ und Apokalypse

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Vorlesen animiert: Die Grundschüler präsentieren ihre vom Leseprojekttag inspirierten Wünsche an das „Sams“ (oben) und ihre selbstgebastelten Marionetten (links).Fotos: Jennifer Strube

Korbach - Die Schüler malen, basteln und lernen: Beim Leseprojekttag der Berliner Schule tauchen die Grundschüler spielerisch in die Abenteuer des „Sams“ und des „Kleinen Drachen Kokosnuss“ ein.

Einen Tag lang lesen die Lehrer der Berliner Schule Geschichten vor – und alle Klassen hören zu: „Beim Leseprojekttag sind die Schüler immer begeistert bei der Sache. Dadurch macht es uns allen großen Spaß“, erklärt Lehrerin Marion Quecke-Bangert.

Beim Leseprojekttag stehen den Mädchen und Jungen 14 Gruppen zur Wahl. Jede Gruppe hat ein anderes Buch zum Thema, welches Kinder und Lehrer dann den ganzen Schultag über spielerisch aufarbeiten. Damit die Leseangebote zum Alter der Schüler passen, arbeiten die Erst- und Zweitklässler in eigenen Gruppen zusammen, die Dritt- und Viertklässler in anderen.

„Ganz schnell mitten im Thema“

In der Gruppe von Schulleiterin Irmgard Geck ist das Buch „Lilli und Flosse“ dran: Während die Lehrerin die Geschichte vorliest, bastelt jedes Kind ein Plakat und schmückt es mit Wassernixen und U-Booten. „Aber geklebt wird erst zum Schluss“, betont Irmgard Geck, „schließlich wisst ihr noch nicht, wie die Geschichte ausgeht oder welche eure Lieblingsszene ist“.

Ein anderes Buch, „Ein Drache in der Schultasche“, handelt von einem kleinen Jungen, der ein Ei kauft, aus dem plötzlich ein Drache schlüpft. Diese Geschichte animiert Marion Quecke-Bangert dazu, mit den Schülern Marionetten des Drachen zu basteln. Sorgfältig entscheiden sie sich für die Farbe der Pappe, um ihre ganz eigene Vorstellung des Drachen umzusetzen.

In der Gruppe des „Kleinen Drachen Kokosnuss“ sind nur Jungs: „Jungen finden die Themen des Buches, wie Pharaonen und Pyramiden, besonders spannend“, erklärt Lehrerin Leona Demal. „Zuerst haben wir gemeinsam geklärt, wo Ägypten liegt. Die Schüler wussten aber bereits sehr viel mehr, etwa was Einbalsamieren ist oder dass es oft Labyrinthe in Pyramiden gibt“, erzählt sie. „So sind wir ganz schnell mitten im Thema.“ Die Kinder freuen sich darauf, zum Abschluss zu lernen, wie sie ihre Namen in ägyptischer Schrift zu Papier bringen.

Außerdem gibt es mehrere „Sams“-Gruppen beim Leseprojekttag, da die Begeisterung für die Bücherreihe so groß ist. Die Schüler der ersten und zweiten Klassen basteln sich ihre eigenen kleinen Bücher zur Geschichte. Während sie zuhören, malen sie Bilder von den Abenteuern des „Sams“ aus und kleben sie in ihr Buch. Das „Sams“-Fieber packt spätestens dann jeden, als die Kinder sich ihre eigenen „Sams“-Nasen aus Eierkartons basteln.

In der anderen „Sams“-Gruppe haben die Kinder Bilder von Dingen gemalt, die sie sich vom „Sams“ wünschen würden. „Jedes Mal verliert das ‚Sams‘ dann einen Punkt“, haben die Schüler bereits gelernt – doch es wäre super, wenn es ihnen einmal über den Weg laufen sollte. Die Jahrespraktikantinnen Eleni Tsakalou und Kim Drescher freuen sich, dass die Kinder mit so viel Motivation und Kreativität mitmachen.

„Am gruseligsten ist ‚Zombieapokalypse‘“

Eine weitere Schülergruppe beschäftigt sich mit Gespenster- und Gruselgeschichten. Gleich zu Beginn haben sie die gruseligsten Worte, die ihnen einfallen, auf der Tafel festgehalten: „Spinnenbein“, „Klappergebiss“ und „Gespensterlachen“. Fest steht: „Am gruseligsten ist ‚Zombieapokalypse‘“. Danach setzen sich alle in einen Stuhlkreis, während ein Kind vor die Tür geht und ein anderes sich in der Mitte unter einem „Geistertuch“ versteckt. Allein an der Stimme ist zu erraten, wer das kleine Gespenst ist.

Außerdem gibt es Gruppen, die sich an englischsprachige Geschichten herantrauen und sich durch ein englisches Wort-Bild-Memory spielerisch an die Sprache heranwagen.

„Ziel des Leseprojekts ist es, die Schüler zum selbstständigen Lesen zu motivieren und ihre Vorstellungskraft zu stärken“, erklärt Lehrerin Ulrike Mast-Reuter, die diesen Tag mitorganisiert hat. Lesen stelle für die Schule ein sehr wichtiges Thema dar, weshalb sie großen Wert auf die eigenen Schul- und Klassenbüchereien legten. Sie betont: „Oft kommt das Vorlesen zu Hause, aber auch in der Schule zu kurz, so dass die Kinder diesen Tag sehr genießen.“

Von Jennifer Strube

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