Drehleiter kostet stündlich 264 Euro: Korbacher Stadtverordnete beschließen neue Gebührensatzung

Die Drehleiter der Korbacher Feuerwehr bei einem Hilfseinsatz in der Arolser Landstraße.
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Das alles kostet Geld: Die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren sind für alle Notfälle gerüstet, das ehrenamtliche Personal entsprechend ausgebildet.

Wer die Feuerwehr ruft, braucht Hilfe. Doch der Einsatz ist nicht immer kostenlos: Wer vorsätzlich oder grob fahrlässig einen Feuerwehreinsatz verursacht, wird zur Kasse gebeten. Das wird in Korbach jetzt günstiger – zumindest auf dem Papier. Die Stadtverordneten haben eine neue Gebührensatzung beschlossen.

Korbach – Die Fahrzeuge der freiwilligen Feuerwehren sind für alle Notfälle gerüstet, das ehrenamtliche Personal entsprechend ausgebildet. Das alles kostet Geld. Eine Gebührensatzung regelt, was in welchen Fällen bezahlt werden muss. Weil sich seit der letzten im Jahr 2005 beschlossenen Fassung die gesetzlichen Vorschriften geändert haben und Versicherungen immer häufiger die Berechnung der Gebühren überprüfen, haben die Korbacher Stadtverordneten eine neue Gebührensatzung beschlossen. Ziel ist mehr Rechtssicherheit.

Grundlage ist eine Mustersatzung des Landes Hessen. Vor allem die enormen Anschaffungskosten und Vorhaltekosten der Feuerwehrfahrzeuge schlagen sich darin nieder. Berechnet werden die einzelnen Kostensätze für Einsatzkräfte und Technik nach den Kalkulationsvorgaben und dem Brandschutzgesetz des Landes.

So hat eine Arbeitsgruppe des Landes einen hessenweit einheitlichen Stundensatz von 26,40 Euro pro Feuerwehrangehörigen berechnet. Komplizierter ist es bei der Technik: „Hier werden Anschaffungskosten, Wartungskosten, Abschreibungen und vieles mehr mit einbezogen. Das ist eine Heidenarbeit, das auszurechnen“, sagt Friedhelm Schmidt, Leiter des Eigenbetriebs Technische Dienste und Feuerwehr bei der Stadt Korbach.

Eine Drehleiter kostet jetzt in Korbach beispielsweise 264 Euro in der Stunde. Das ist deutlich weniger als nach der alten Gebührensatzung, nach der 350 Euro pro Stunde fällig wurden. Für das Löschgruppenfahrzeug LF 10 werden jetzt 28 Euro statt 140 pro Stunde berechnet. Teurer werden Fehlalarme – etwa durch Brandmeldeanlagen –, für die die Feuerwehr eine Pauschale von 550 Euro statt 510 Euro verlangt. Keine Pauschale gibt es mehr für missbräuchliche Alarmierung: Hier berechnet die Feuerwehr künftig den tatsächlichen Aufwand.

Allerdings werden auch die Einsatzzeiten anders kalkuliert als früher: „Nach der alten Satzung wurde die Zeit vom Ausrücken bis zum Einrücken der Feuerwehr berechnet. Jetzt ist es die Zeit von der Alarmierung bis zur Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit“, erklärt Schmidt. Ein Beispiel: Erst wenn das TSF-W wieder voll mit Wasser betankt in der Halle steht, gilt der Einsatz als beendet. Abgerechnet wird außerdem jetzt im 15-Minuten-Takt, bislang gab es einen Stundensatz. Unterm Strich dürften in vielen Fällen durch die längeren Einsatzzeiten nach der neuen Satzung ähnliche Kosten anfallen, wie zuvor.

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